24.11.2021 14:44 |

3,1 Mrd. Umsatz fehlen

Lockdown: „Handel steht vor einem Scherbenhaufen“

Der seit Montag verhängte österreichweite Lockdown lässt den stationären Handel um das wichtige Vorweihnachtsgeschäft umfallen. Die staatlich angeordneten Geschäftsschließungen treffen die Betriebe noch härter als vergangenes Jahr. 2020 startete das Weihnachtsgeschäft für die meisten Branchen am 7. Dezember. Heuer fallen drei Einkaufssamstage im Advent und der Marienfeiertag weg. Der Umsatzentgang wird auf 3,1 Milliarden Euro geschätzt.

Dieser errechnet sich aus Umsatzverlusten im November von rund 1,1 Milliarden Euro plus 1,3 Milliarden Euro bis zum geplanten Ende des Lockdowns für Geimpfte am 12. Dezember. Dazu kommen laut Handelsexperten der Johannes Kepler Universität Linz rund 200 Millionen Euro durch die Lockdown-Verlängerung in Oberösterreich und Salzburg bis 17. Dezember sowie weitere rund 500 Millionen Euro, da der Lockdown für Ungeimpfte länger dauert - hier wird eine Verlängerung bis Jahresende angenommen.

Click & Collect „ein Tropfen auf dem heißen Stein“
Die in Summe 3,1 Milliarden Euro, die die Handelsbetriebe in der Vorweihnachtszeit nicht erzielen können, würden 50 Prozent der gesamten, saisonal üblichen November- und Dezember-Umsätze entsprechen. Nachziehkäufe nach Lockdown-Ende könnten die Umsatzverluste nicht annähernd kompensieren. Auch die Möglichkeit von Click & Collect (online bestellen, im Geschäft abholen) sei nur „ein Tropfen auf dem heißen Stein“.

Massive Verschiebung ins Onlinegeschäft
„Der Handel steht vor einem Scherbenhaufen - drei Weihnachtssamstage weg, 8. Dezember weg, und eine jetzt schon verlorene Aufholjagd nach dem Lockdown-Ende kurz vor Weihnachten. Und wenn der harte Lockdown bis Weihnachten und darüber hinaus weitergehen sollte, wäre die Katastrophe perfekt“, sagte Christoph Teller, Professor für Marketing- und Handelsmanagement an der Kepler Uni. Eine massive Verschiebung ins Onlinegeschäft sei zu erwarten.

Manche Branchen wie der Spielwarenhandel, Uhren- und Schmuckgeschäfte, der Buchhandel oder Elektrogeschäfte machen im Dezember sonst doppelt so viel Umsatz wie in einem normalen Monat oder mehr. Mehr als ein Drittel aller Bücher wird normalerweise zwischen Oktober und Dezember verkauft.

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