23.11.2021 15:00 |

2022 wird „vielseitig“

ORF-Programm mit Klassikern und vielen Neuheiten

Der ORF setzt für sein Programm 2022 großteils auf Kontinuität und so manche Neuerung. Viele dem Publikum vertraute Shows, Sendungen und Serien wie „Starmania“, „Vorstadtweiber“ oder „Liebesg‘schichten und Heiratssachen“ finden auf ORF 1 und ORF 2 zu einer Fortsetzung. Für frischen Wind soll etwa ein Klimamagazin, das Comeback von „Gute Nacht Österreich“ oder auch „Soko Linz“ sorgen. Sportliche und kulturelle Highlights finden sich erneut im Programm.

Als „vielseitig“ und „spannend“ pries ORF-Programmdirektorin Kathrin Zechner das Angebot für das kommende Jahr bei einer Präsentation am Dienstag. Kern sei weiterhin das lineare Angebot, das aber immer intensiver von digitalen Angeboten begleitet werde. Der geplante ORF-Player solle - sobald er nach Anpassung des ORF-Gesetzes vollumfänglich in Betrieb gehen darf - jedoch nichts aus dem linearen Programm „wegnehmen“, sondern ergänzen und ausweiten.

Klimamagazin für junges Publikum
Zu den Info-Schwerpunkten im kommenden Jahr zählen erwartungsgemäß die Bundespräsidentenwahl in Österreich sowie die Wahlen in Frankreich und Ungarn. Die rund um diese politischen Großevents ausgestrahlten Sendungen werden die ORF-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter bereits im neuen multimedialen Newsrooms erarbeiten. Ein neues „ZiB“-Studio, mit dem eine optische Veränderung einhergeht, soll im Herbst in Betrieb gehen.

Neu ist im Infobereich aber nicht nur die Arbeitsumgebung, sondern auch ein wöchentliches Klimamagazin sowie ein Europa-Journal. Für das Europa-Journal sei der Sendeplatz noch nicht gefunden, man gehe aber von ORF 2 aus, sagte ORF-Unterhaltungschef und ORF 2-Channelmanager Alexander Hofer. Das Klimamagazin sei für den Hauptabend von ORF 1 angedacht, um junges Publikum regelmäßig über dieses wichtige Thema zu informieren.

Letzte Staffel „Vorstadtweiber“ ab Jänner
Eigen- und ko-produzierte Serien- und Filmware kommt im kommenden Jahr nicht zu kurz. Dabei lege man einen Schwerpunkt auf Geschichten mit und von Frauen, erklärte ORF-Fernsehfilmchefin Katharina Schenk. Die „Vorstadtweiber“ begeben sich voraussichtlich ab 10. Jänner in ihre sechste und finale Staffel. „Soko Linz“ startet dagegen erst durch, wenn ab 1. Februar Katharina Stemberger und Daniel Gawlowski ihren Dienst antreten.

Ermittlungen stehen auch im Zentrum der 7. Staffel von „Schnell ermittelt“ mit Ursula Strauss. „Blind ermittelt“ erhält zwei neue Ausgaben, die Landkrimi-Reihe vier und die „Vienna Blood“-Reihe drei neue abendfüllende Filme. Auch auf die „Rosenheim-Cops“, „Der Bergdoktor“ und so manchen Austro-„Tatort“ muss das ORF-Publikum 2022 nicht verzichten.

Neue Serienhöhepunkte im ORF
„Alles finster“, „Sisi“ als auch „Euer Ehren“ stellen neue Serienhöhepunkte für das kommende Jahr im ORF dar. Bei „Alles finster“ ist eine kleine österreichische Gemeinde in sechs Episoden mit einem Blackout konfrontiert. „Sisi“ soll in ebenfalls sechs Teilen einen neuen, zeitgemäßen Blick auf das Leben von Österreichs einstiger berühmter Kaiserin werfen. Und in „Euer Ehren“ stehen die Bemühungen eines Innsbrucker Richters, seinen Sohn vor der Justiz und einem rachsüchtigen Mafiaclan zu retten, im Zentrum.

Im Showbereich setzt der ORF ab Anfang März erneut auf „Starmania“, um Gesangstalenten eine Bühne zu bieten. Das Konzept sei etwas weiterentwickelt worden, verriet Hofer. So wolle man sich in der musikalischen Ausrichtung über klassischen Pop hinauswagen und etwa auch modernen Schlager singen lassen. Das Publikum werde zudem früher als zuletzt ins Voting eingreifen können und die dreiköpfige Jury zumindest teils neu besetzt. Ideen für eine neue große Show abseits von „Dancing Stars“ und „Starmania“ gebe es auch.

ESC und „Starnacht“ als Musik-Highlights
Musikalisch geht es auch im Mai beim „Eurovision Song Contest“ in Turin zu. „Starnacht“-Fans dürfen sich über Zuwachs freuen. Zum Wörthersee und der Wachau gesellt sich eine Ausgabe am Neusiedlersee in Mörbisch hinzu.

Fußball-WM und Olympische Winterspiele
Im Sportbereich wartet der öffentlich-rechtliche Rundfunk gegen Ende des kommenden Jahres mit der Übertragung der Fußball-Weltmeisterschaft der Herren in Katar auf. Bereits im Sommer begleitet er das Fußball-Nationalteam der Frauen zur Europameisterschaft nach England. Noch früher stehen die Olympischen Winterspiele in Peking sowie die darauf folgenden Paralympics auf dem Programm. In gewohnter Manier können Wintersportfans den Alpinen und Nordischen Ski-Weltcup verfolgen.

Der ORF biete eine „unglaubliche“ sportliche Vielfalt von zurzeit rund 70 Sportarten, betonte ORF-TV-Sportchef Hans Peter Trost. Neben den erwähnten Großveranstaltungen im kommenden Jahr begleite das Medienunternehmen etwa auch Handball, Eishockey oder den Para-Sport. Die Geschlechtergerechtigkeit solle dabei weiter ausgebaut werden.

ORF sucht wieder schönsten Platz des Landes
Österreich kommt erwartungsgemäß nicht zu kurz im Programm. So begibt sich der ORF am Nationalfeiertag im Rahmen von „9 Plätze - 9 Schätze“ erneut auf die Suche nach dem schönsten Platz des Landes. Ab Sommer befasst sich die zehnteilige „dokFilm“-Produktion „Weites Land Österreich“ mit den Licht- und Schattenseiten der rot-weiß-roten Seele. Österreichs Adelsfamilien und deren Stammsitze werden erneut in „Herrschaftszeiten! - Johann-Philipps Schlossbesuche“ porträtiert. Die Menschen des Landes stehen im Zentrum der Kuppelshow „Liebesg‘schichten und Heiratssachen“ sowie des Talkformats „Barbara Karlich Show“. Der Opernball wird am 24. Februar den Hauptabend von ORF 2 in Beschlag nehmen.

Auf Humor setzt der ORF erneut mit der Late-Night-Show „Willkommen Österreich mit Stermann und Grissemann“. Peter Klien feiert mit „Gute Nacht Österreich“ ein Comeback, nachdem seine Show zwischenzeitlich abgesetzt wurde und überarbeitet werden sollte. Hofer kündigte nun einen freitäglichen „polit-satirischen Wochenrückblick“ an, der Kliens Stärken als Reporter noch stärker in den Vordergrund rückt. Zu sehen gibt es erneut „Was gibt es Neues?“ als auch die „Science Busters“, die an der Schnittstelle von Humor und Wissenschaft laborieren.

Geschichte und Wissenschaft im Fokus
Apropos Wissenschaft: Das heuer gestartete Wissenschaftsformat „Mayrs Magazin - Wissen für alle“ wird auch 2022 ausgestrahlt. Um Wissensvermittlung geht es auch in „Menschen & Mächte: Die drei Gerechten“, wobei an Julius Madritsch, Raimund Titsch und Oswald Bousko erinnert wird, die unter Lebensgefahr Jüdinnen und Juden das Leben retteten. Die Dokumentation „Ruth Maier, die Anne Frank von Österreich“ widmet sich der Jüdin sowie deren zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärten Briefen und Tagebucheinträgen über politische Entwicklungen in Österreich vor und nach dem Einmarsch deutscher Truppen. Die „Vielschichtigkeit“ des höchst umstrittenen ehemaligen Bundeskanzlers Engelbert Dollfuß steht im Zentrum der Dokumentation „Arbeitermörder oder Märtyrer?“.

„Universum History“ wirft einen Blick auf die Reisen des jungen John F. Kennedy („Kennedys Europa“), die Habsburger („Der Aufstieg der Habsburger - Schlacht am Marchfeld“) und die Rothschilds („Die Rothschild-Saga - Aufstieg, Glanz, Verfolgung“). „Universum“ entführt 2022 unter anderem nach Tschechien, Slowenien, Katar sowie an den Hudson River und Tanganjikasee.

Neujahrskonzert eröffnet 2022
Das Jahr eröffnet wie gehabt ein kulturelles Highlight: das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker. Ebenfalls im Jänner steht „Tosca“ aus dem Theater an der Wien auf dem ORF 2-Spielplan. Die Übertragung einer Produktion aus der Wiener Staatsoper ist geplant. Fixiert ist bereits, dass die der Eröffnung der Wiener Festwochen (13. Mai) gezeigt wird. Auch das Sommernachtskonzert, die Seebühnenproduktion „Madame Butterfly“ von den Bregenzer Festspielen oder Höhepunkte der Salzburger Festspiele sind in trockenen Tüchern. Geplant ist zudem „The King And I“ von den Seefestspielen Mörbisch.

Das Programmschema biete eine gewisse „Flexibilität für Neuerungen“, merkte Zechner an. Anpassungen müsste allerdings Stefanie Groiss-Horowitz vornehmen, folgt sie doch mit Jahreswechsel ihr nach. „Es ist gut so, dass ich eine Nachfolgerin einführen darf und kann“, so Zechner, die zweimal zehn Jahre in dieser Funktion arbeitete. Wohin es sie nun zieht? „Meine Kreativität ist gefragt. In welcher Form? Lassen Sie sich überraschen“, hielt die scheidende ORF-Programmdirektorin die Spannung aufrecht.

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