13.11.2021 07:00 |

Virologen-Polemik

Gegenwind für Haslauer aus allen Richtungen

Salzburgs Landeshauptmann Wilfried Haslauer wehrte sich bis zuletzt gegen einen Lockdown für Ungeimpfte. Nun kommt er doch. Härter als die Maßnahme trifft Haslauer die breite Kritik aus mehreren Richtungen an seiner Virologen-Polemik. Darauf reagiert der Landeshauptmann patzig.

Die Kritik an Landeshauptmann Wilfried Haslauer wird nicht weniger – im Gegenteil. Hochrangige Wissenschafter und Mediziner kritisierten Haslauer für seine Formulierung, dass Virologen alle Salzburger am liebsten einsperren würden. „Wenn dieses wissenschaftsfeindliche Klima weiter um sich greift, machen wir einen Schritt weiter zur Bananenrepublik“, sagte Komplexitätsforscher Peter Klimek etwa in der „ZiB 2“.

Molekularbiologe Ulrich Elling von der Akademie der Wissenschaften meinte: „Es zeigt, dass der Landeshauptmann nach 20 Monaten der Pandemie immer noch viel zu wenig verstanden hat.“

Ärztekammer sieht politische Versäumnisse
Ärztekammerpräsident Thomas Szekeres sagte, Virologen öffentlich lächerlich zu machen, würde die Menschen weiter verunsichern. Haslauer versuche von eigenen Versäumnissen abzulenken, das sei in Zeiten von Verschwörungstheorien aber gefährlich.

Der Landeshauptmann reagierte auf die Kritik patzig, jedenfalls nicht mit einer Entschuldigung. „In der Empörungskultur kann man keine pointierte Aussage treffen, das nehme ich zur Kenntnis“, sagte Haslauer. Er schätze und achte die Arbeit der Forscher, Virologen und Komplexitätsforscher, auch das solle man zur Kenntnis nehmen.

Kurz vor dieser Erklärung musste Haslauer etwas verkünden, wogegen er sich bis zuletzt gewehrt hatte – einen Lockdown für Ungeimpfte auch in Salzburg. Während Oberösterreich noch am Donnerstag eingelenkt hatte, meinte der Salzburger Landeshauptmann am Freitag: „Wenn der Bund die Regeln ändert, braucht es eine demokratische Legitimation. Das muss ich dann akzeptieren.“

Doch nicht einmal bei der FPÖ bringt Haslauer die Abwehrhaltung gegen den Ungeimpften-Lockdown Pluspunkte ein. Diese kritisiert, dass Haslauer Planbarkeit verhindert habe und attestierte „ganz miesen Stil“.

Matthias Nagl
Matthias Nagl
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