26.10.2021 08:18 |

Interview mit ÖSV-Boss

„Der Ski-Verband geht in ein neues Zeitalter“

Roswitha Stadlober war von ihrem ersten Weltcup-Wochenende als Ski-Präsidentin begeistert Ihre Ziele? Grüne WM 2025 in Saalbach, mehr Frauen, bessere Strukturen Ein Nein zur Olympia-Quarantäne. Die neue ÖSV-Präsidentin im großen Krone-Interview. 

Von null auf hundert. Nur eine Woche nach ihrer Wahl zur ersten Präsidentin des österreichischen Ski-Verbandes ÖSV erlebte Roswitha Stadlober in Sölden ein intensives Ski-Wochenende.

Zufrieden mit dem Gletscher-Start?
Sehr. Ein guter Einstand. Tolle Einzelleistungen bei den Damen und den Herren. Der Teamspirit stimmt. Aufbruchstimmung auch neben der Piste: Wieder Zuseher - und man hat gesehen, dass die Leute danach gelechzt haben. Der Skisport lebt.

Sie mussten ja richtig schnell schwimmen lernen.
Ja, ich fahr gleich Vollgas rein. Aber ich kenne mich zum Glück gut aus im Sport, es ist nicht alles neu. Delfin kann ich nicht, aber kraulen, das geht.

Hat’s für diesen Schritt wirklich viel Mut gebraucht?
Wenn ich diese Chance nicht ergriffen hätte, wäre sie vielleicht nie wieder gekommen. Aber ja, als erste Frau diesen Job zu übernehmen hat Mut gebraucht. Den der Landespräsidenten - und auch meinen. Aber er war wohlüberlegt. Und da meine Kinder bereits außer Haus sind und mein Mann die Feuertaufe im Wäsche-Zusammenlegen bestanden hat, war ich in der glücklichen Lage, Ja zu sagen.

Was wird anders?
Vorgänger Peter Schröcksnadel hat beim ÖSV über 30 Jahre etwas aufgebaut, das großartig ist. Aber jetzt ist es anders. Jetzt ist ein Cut. Wir müssen uns von dem verabschieden, was war. Wir gehen in ein neues Zeitalter. Und das beginnt damit, dass die ganze Last nicht mehr nur auf einer Schulter liegt. Karl Schmidhofer hat die Strukturreform ja schon eingeleitet, ich werde sie fortsetzen. Klar, schlanke Organisationen sind schlagkräftiger. Doch im Verband werden mehrere Verantwortung übernehmen müssen. Ich bin jedenfalls keine One-Woman-Show

Visionen?
Schon. Die WM in Saalbach 2025 soll ein grüner Event werden. Wir können und wollen Vorreiter sein. Der ÖSV sollte auch weiblicher werden, überregionaler denken und Vereine beim Nachwuchs unterstützen.

Als Frau von Alois und Mutter von Teresa Stadlober: Was passiert in Zukunft mit dem Langlaufen?
Die Grundstruktur ist ja da. Wenn die Landespräsidenten zustimmen, wird diese Sparte wieder ganz normal eingegliedert.

Statt einer Doppel-Impfung gäbe es für Olympia in Peking auch drei Wochen Quarantäne. Denkbar?
Nein, nicht vorstellbar und sicher nicht zumutbar. Man hat mir aus China auch geraten: nur ja keine Quarantäne."

Georg Fraisl
Georg Fraisl
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