17.10.2021 12:11 |

Antisemitismus-Vorwurf

Video bringt Gil Ofarim in Erklärungsnot

Vor knapp zwei Wochen hatte der deutsche Musiker Gil Ofarim schwerwiegende Antisemitismus-Vorwürfe gegen das Leipziger „Westin“-Hotel erhoben. Am Sonntag veröffentlichte die „Bild“ nun ein Video aus der Überwachungskamera des Hotels, das Fragen an der Version des jüdischen Musikers aufwirft. „Packen Sie Ihren Stern ein!“, soll ein Mitarbeiter des Hotels zu Ofarim gesagt haben - auf den Aufnahmen trägt Ofarim jedoch gar keine Davidsternkette.

Laut Ofarim soll ein Mitarbeiter des Hotels, genannt „Herr W.“, ihn dazu aufgefordert haben, seine Davidsternkette einzupacken. Ofarim schilderte den Vorfall, der aus seiner Sicht so stattgefunden habe, in einem emotionalen Instagram-Video. Wenig später erstattete der Hotel-Mitarbeiter seinerseits Anzeige wegen Verleumdung.

Was auf dem Video nicht zu sehen ist
Die Schilderungen von Ofarim lösten in Deutschland, aber auch international Entsetzen aus. Unter anderem äußerte sich der Zentralrat der Juden in Deutschland und forderte Konsequenzen. Ofarim stellte am 12. Oktober Strafanzeige gegen „Herrn W.“ bei der Münchner Polizei. Auf den Überwachungsbildern ist Ofarim deutlich zu erkennen, mit schwarzer Lederjacke, dunkelgrauem T-Shirt, aber ohne Davidsternkette.

Polizei hat „ernst zu nehmende Zweifel“
Laut „Bild“-Informationen habe die Leipziger Polizei, die in dem Fall ermittelt, mittlerweile „ernst zu nehmende Zweifel“ an der Version Ofarims. In seiner Vernehmung soll der Musiker zudem ausgesagt haben, dass er nicht sagen könne, ob er die Kette an jenem Abend sichtbar trug. Bei den Antisemitismus-Vorwürfen gegen den Hotel-Mitarbeiter geht es aber um genau diese Davidsternkette.

Die „Bild“ konfrontierte Ofarim mit dem Überwachungsvideo und fragte, wie es zu den Äußerungen über eine Kette kommen konnte, die er offenbar gar nicht trug. Darauf antwortete Ofarim, dass es „hier nicht um die Kette“ gehe, sondern um „was viel Größeres“. Er besteht jedoch weiterhin darauf, in dem Hotel antisemitisch beleidigt worden zu sein.

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