09.10.2021 16:55 |

Es wird teurer ...

Die langen Arme des gierigen ORF-Kraken

Mit Gesetzesnovelle und noch mehr Geld aus Gebühren in der Tasche will sich der ORF in der Welt von Social Media und Online ausbreiten. Von Fernsehen über Radio und Internet-News - bis zu einer neuen Streaming-Plattform (ORF-Player) und, wenn die gesetzlichen Schranken fallen, einem verstärkten Auftritt in sozialen Medien wie Facebook, Instagram oder TikTok.

Am kommenden Donnerstag entscheidet der ORF-Stiftungsrat über eine Gebührenerhöhung, wie sie das Gesetz alle fünf Jahre vorsieht. General Alexander Wrabetz beantragte in Einvernehmen mit seinem Nachfolger Roland Weißmann eine Anhebung um acht Prozent. Die Steigerung liegt damit unter der kumulierten Inflationsrate seit der letzten Erhöhung. Mit den Gebührenabgaben finanziert sich der ORF zu zwei Dritteln (der Rest kommt aus der Werbung) und bedient damit eine Reihe von Geschäftsfeldern.

Wie ein Krake breitet sich der öffentlich-rechtliche Rundfunk zunehmend auch in zukunftsträchtigen Medienfeldern aus. Ein klares Wettbewerbs-Foul an nicht gebührenfinanzierten privaten Medienunternehmen. Und der Krake ORF wird fleißig gefüttert: Anstatt einzusparen (unter anderen bei teuren Sportrechten) wird der finanzielle Polster weiter aufgebläht.

Als Wunschkandidat der Regierung wird Weißmann bei seinen Expansionsplänen in die Bereiche Streaming (ORF-Player) und Social Media (an einer „ZIB“ für TikTok wird gebastelt) schwer zu bremsen sein. Wachsamkeit vor einer sich anbahnenden Monopolstellung ist dringend geboten.

Elisabeth Slanschek, Pensionistin aus Ferlach (Kärnten): „Mit der Erhöhung der GIS bin ich nicht einverstanden. Dafür müsste schon mehr vom ORF geboten werden. Viele Filme kommen innerhalb kurzer Zeit mehrmals; das geht nicht.“ 

Manuel Watzl (17), Lehrling aus Radmer (Steiermark): „Eine achtprozentige Erhöhung der GIS ist viel, um nicht zu sagen zu viel. Im ORF finde ich die Nachrichtensendungen gut. Leider gibt es nur wenig Fußball-Live-Spiele, man muss deutsche Sender schauen.“

Sabrina Streßler (26) Königstetten (Niederösterrreich): „Da ja sowieso alles teurer wird, muss man dies zur Kenntnis nehmen, obwohl der ORF bestimmt genügend Förderungen erhält. Außerdem sollten mehr Sendungen für die Jugend gemacht werden.“

Gabi Pisek (57), AHS-Lehrerin aus Innsbruck: „Es gibt eh überall Erhöhungen, die GIS-Gebühren müssen nicht auch noch sein. Im Großen und Ganzen bin ich aber mit dem ORF zufrieden. Weniger Wiederholungen bei Filmen wären ein Wunsch.“

Peter Binder (76), Wirt aus Wien: „Wie 90 Prozent meiner Gäste finde auch ich die Erhöhung als Frechheit. Die Besetzung des Chefs ist ein Politikum. Ich konsumiere gerne die Nachrichten. Schlecht finde ich Fußballübertragungen mit ahnungslosen Reportern.“

Sarah Gahr (38), Bäuerin aus Weißpriach (Salzburg): „Alles wird teurer, warum sollte nicht der ORF auch seine Gebühren erhöhen dürfen? Ich finde das okay. Jeder TV-Sender bemüht sich, und auch dem ORF können immer Fehler passieren. Ich bin mit dem Programm sehr zufrieden.“

Martin Ivancsits, Pensionist aus Zagersdorf (Burgenland): „Ich wünsche mir vom ORF, dass verstärkt auf regionale Berichterstattung aus dem Burgenland gesetzt wird. Die jetzige Gebührenerhöhung muss ein Auftrag sein, die Landesstudios weiter zu stärken.“

Silvia Auinger aus Linz: „Ich finde den ORF im Großen und Ganzen gut, jedoch gehören meiner Meinung nach die Programminhalte dringend verjüngt. Außerdem würde ich mich sehr über ein paar Sendungen freuen, bei denen das Hauptaugenmerk mehr auf Informationen liegt.“

Peter Lingenhel, (52) aus Wolfurt (Vorarlberg): „Die Gebührenerhöhung ist nicht gerechtfertigt, an manchen Wochenenden kommt kein einziger guter Familienfilm, habe deshalb jetzt Netflix. Sehr gut finde ich ,Vorarlberg heute‘, da ist der ORF wirklich nah an den Leuten dran.“

Stefan Weinberger
Stefan Weinberger
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