04.09.2021 05:00 |

Erfolgreich lernen

Kindliche Wissbegier fördern

Den Nachwuchs am besten schon vor dem Schuleintritt unterstützen, um Lernproblemen vorzubeugen! Und auch während des Schuljahres kann man die Motivation aufrecht erhalten sowie die Lust am Lernen und Entdecken anregen.

Kinder sind von Natur aus neugierig und stellen viele Fragen - eine gute Basis für das spätere Lernen im Unterricht. „Bereits vor dem Schuleintritt sollte eine anregende Lernumgebung geschaffen werden“, empfiehlt Sylvia Kling, Diplompädagogin und Volksschullehrerin vom Kindervitalzentrum in Wien. „Mit dem Sprössling viel sprechen, ihm alles erklären, was er wissen will, und die Kinder in den Alltag gezielt miteinbeziehen. Zum Beispiel die Uhrzeit immer wieder einmal abfragen oder beim Backen sowie Kochen mit Zahlen und Maßen auf ganz spielerische Weise umgehen lernen.“

Die Motivation aufrecht erhalten!
Am ersten Schultag sind die Taferlklassler meist noch hoch motiviert. Neugierig stürzen sie sich auf den Lernstoff. Doch mit der Zeit werden Hobbys und Freunde meist wichtiger als Lernen. Daher muss man die innere Motivation rechtzeitig fördern. Der Nachwuchs sollte Spaß am Lernen haben und sich über sein neues Wissen freuen. Dann entsteht ein eigener Antrieb, den Psychologen „intrinsische Motivation“ nennen. Im Gegensatz dazu lernen „extrinsisch motivierte“ Kinder nur, um gute Noten zu bekommen oder dem Lehrer zu gefallen.

So unterstützen Sie Ihren Nachwuchs
Interessieren Sie sich mehr für Lerninhalte als für Noten Ihres Sprösslings! Erkundigen Sie sich zum Beispiel zuerst, worum es in einer Schularbeit ging, anstatt nach dem Ergebnis zu fragen. S orgen Sie dafür, dass sich Ihr Kind konzentrieren kann, ohne von Radio, Telefon, Fernseher oder spielenden Geschwistern gestört oder abgelenkt zu werden. Auch das Handy außer Reichweite deponieren. Loben Sie kreative Einfälle, selbst wenn diese nicht gleich sinnvoll und wichtig erscheinen. So helfen Eltern ihrem Kind auch dabei, die eigenen Interessen und Grenzen kennenzulernen. Häufig ist Schülern nicht klar, warum ihnen das Lernen im Leben nützen sollte. Zeigen Sie Ziele auf: Wer schreiben übt, kann zum Beispiel der Oma eine Geburtstagskarte schicken. Mit guten Englischkenntnissen vermag man sich mit Computerspielern auf der ganzen Welt über das Internet zu unterhalten. Wer ein Ziel vor Augen hat, wird sich auch mit schwierigeren Lerninhalten auseinandersetzen wollen.

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Außerdem ist es günstig, dem Kind das Gefühl zu geben, dass Schule nicht das alleinige Thema in ihrem Leben und in der Familie ist.

Sylvia Kling, Diplompädagogin und Volksschullehrerin

Welche Lernstörungen können auftreten?
Die häufigsten Probleme kommen im Volksschulalter vor, seltener auch noch bei Jugendlichen. Buben sind dabei meist von einer Lese-Rechtschreibschwäche (Legasthenie), Mädchen von Rechenschwäche (Dyskalkulie) oder einer kombinierten Störung betroffen. „Fehler sollten immer als wichtige Lernschritte und nicht als Versagen gewertet werden. Sonst leidet das Selbstbewusstsein der Kleinen“, erklärt Kling. „Außerdem ist es günstig, dem Kind das Gefühl zu geben, dass Schule nicht das alleinige Thema in ihrem Leben und in der Familie ist.“ Wann ist professionelle Hilfe nötig?„Wenn Probleme länger als sechs Monate dauern und die Lernziele nicht mehr erreicht werden können. Dann wäre es ideal, einmal mit den Lehrern zu reden, welchen Eindruck sie von dem Schüler haben und besprechen, wie man dem Nachwuchs am besten helfen kann“, betont die Pädagogin. „Frühe Intervention ist wichtig, bevor das Selbstbewusstsein des Kindes ,angeknackst‘ ist. Man kann ihm etwa auch erklären, dass manche eine Brille, andere eben ein gezieltes Lerntraining brauchen.“

Interview auf krone.tv

6. 9.: "Lernstrategien‘‘ - um 17.20 Uhr sowie 19.25 Uhr und am 7. 9. um 7.15 Uhr und um 12.05 Uhr. Sylvia Kling beantwortet im Interview mit Moderatorin Raphaela Scharf Fragen zum Thema. Informationen zum Empfang finden Sie hier.

Karin Rohrer-Schausberger
Karin Rohrer-Schausberger
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