22.08.2021 19:48 |

„Afghanen willkommen“

Tausende demonstrierten für Flüchtlingsaufnahme

Tausende Menschen haben am Sonntag in Deutschland und Frankreich für die Aufnahme von Flüchtlingen aus Afghanistan demonstriert. Die Demo in Berlin etwa stand unter dem Motto: „Afghanistan: Verantwortung übernehmen - Aufnahme jetzt.“ 

Protestaktionen gab es etwa auch in Hamburg, Kiel, Siegen und Trier, wie die Organisation Seebrücke mitteilte. In Berlin zogen demnach Tausende vor das Kanzleramt.

„Bundesregierung hat uns viel zu lange ignoriert“
„Alle deutschen Bundesländer haben sich in den letzten Tagen bereit erklärt, Menschen aus Afghanistan aufzunehmen“, erklärte Maura Magni von Seebrücke. „Es könnten also noch viel mehr hier ankommen. Wir fordern von der Bundesregierung, die Evakuierungen deutlich zu beschleunigen.“

Seebrücke zitierte Sayed Mahdi Hossaini vom afghanischen Kommunikations- und Kulturzentrum: „Afghanische Verbände fordern seit Monaten, dass gefährdete Menschen aus Afghanistan evakuiert werden. Die Bundesregierung hat uns viel zu lange ignoriert.“ Jetzt schwebten die Menschen vor Ort in Lebensgefahr. „Deutschland hat seine Menschenrechtspflicht verschlafen.“

„Sofortige Evakuierung“
An der Kundgebung in der französischen Hauptstadt nahmen auch viele Afghanen teil. Die Demonstranten hielten Plakate mit Aufschriften wie „Sofortige Evakuierung“, „Afghanen willkommen“ oder „Rettet unsere Familien“ hoch. Die Organisatoren forderten ein Treffen mit Außenminister Jean-Yves Le Drian.

„Wir fordern die sofortige Evakuierung aller Familien und aller Menschen, die in Gefahr sind“, sagte der 31-jährige Sozialarbeiter Ezat, der als Flüchtling aus Afghanistan nach Frankreich gekommen war. Der 24-jährige Muhammad Younas sagte, viele Demonstranten sorgten sich um Angehörige, die in Afghanistan „nicht sicher“ seien. „Wir wollen, dass sie hierherkommen. Wenn sie bleiben, werden sie sterben.“

In Afghanistan drohe eine humanitäre Katastrophe, sagte Reza Jafari, der eine Exil-Organisation für Afghanen in Frankreich leitet und die Kundgebung mitorganisiert hatte. Um eine solche Katastrophe zu verhindern, müssten sofort „humanitäre Korridore“ eingerichtet werden, damit alle ausreisewilligen Afghanen das Land verlassen könnten.

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