13.08.2021 00:42 |

VW-Anteilseigner

Katar rettet den Genfer Autosalon vor dem Ende

Der Automobilsalon am Genfer See war seit Jahrzehnten ein fester Termin für die automobile Welt - bis Corona kam und die Messe zweimal ausfallen musste. Die beiden Absagen stellten die Organisatoren zudem vor erhebliche finanzielle Probleme, sodass die Zukunft der Veranstaltung - mit 600.000 Besuchern immerhin die größte ihrer Art in der Schweiz - nach 90 Ausgaben vor dem Aus stand. Hinzu kamen Auseinandersetzungen mit dem Kanton Genf, die die Zukunft der Veranstaltung in Frage stellten. Doch jetzt scheint die Zukunft der „Geneva International Motorshow“ nach Schweizer Medienberichten gesichert zu sein.

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Der Retter kommt offenbar aus dem arabischen Emirat Katar, das die finanziellen Probleme der Stiftung, die als Veranstalter hinter dem Salon steht, als Partner gelöst hat. Katar ist unter anderem mit 15 Prozent als drittgrößter Anteilseigner an Volkswagen beteiligt. Die Partnerschaft mit der Investmentgesellschaft aus dem Emirat ist so ausgelegt, dass die arabischen Finanziers die Erfahrungen und vor allem das internationale Netzwerk der Genfer für eine eigene großgedachte Automesse nutzen wollen. Nach diversen sportlichen Großveranstaltungen wie der Fußball-Weltmeisterschaft im kommenden Jahr sucht das Emirat nach weiteren internationalen Veranstaltungen.

Konzept vorerst noch geheim
Gegenüber Schweizer Medien bestätigte Messedirektor Sandro Mesquita die Verhandlungen mit internationalen Partnern. Allerdings bleiben die genauen Details offiziell noch im Dunkeln. Erst gegen Ende des Monats sollen die Identität des Geldgebers und die weiteren Pläne veröffentlicht werden. Die neugestaltete Messe wird, so die Planungen, im kommenden Jahr zwischen dem 19. und 27. Februar stattfinden. Die Ausschreibungen sind bereits vor einigen Wochen an die Automobilhersteller verschickt worden. „Mein Team und ich können es kaum erwarten, unser Konzept den Ausstellern und anschließend der Öffentlichkeit zu präsentieren“, erklärte damals dazu Sandro Mesquita.

Fest steht: Der Genfer Automobilsalon wird sich im kommenden Jahr von den bisherigen Veranstaltungen unterscheiden. Die Verantwortlichen haben die Ausstellungsfläche um rund 20 Prozent reduziert und gleichzeitig wollen die Genfer Organisatoren das „Ganze Ökosystem der Mobilität“ zeigen, was immer das bedeuten mag. Im Gegensatz zur deutschen IAA, wo im September mehr Fahrradhersteller als Automobilproduzenten ihre Neuheiten zeigen, wird am Genfer See aber auf jeden Fall das Automobil mit allen Antriebsarten im Mittelpunkt stehen, versichern die Planer.

Die Nachricht, dass der Genfer Automobilsalon wieder eine Zukunft hat, dürfte vor allem im Kanton Genf für ein Aufatmen gesorgt haben. Zwar zeigte sich die linke Verwaltung der Stadt in der Vergangenheit nicht gerade autofreundlich, doch die finanziellen Auswirkungen des Salons nehmen vor allem die Hoteliers und Gastronomen der Metropole am Lac Leman gerne mit. Nach einer Berechnung der Genfer Universität spült die Messe rund 200 Millionen Schweizer Franken in die Taschen der lokalen Wirtschaft.

aum/ww

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