Wegen Sparprogramm
Ausschreitungen bei Protesten in Griechenland
Zu den Ausschreitungen kam es während einer großen Demonstration gegen das Sparprogramm der Regierung von Ministerpräsident Giorgos Papandreou. Zudem legten landesweite Streiks Griechenland großteils lahm.
Als Erste begannen am Mittwoch die Seeleute mit Arbeitsniederlegungen. Keine Fähre lief am Mittwochmorgen mehr aus Piräus zu den Inseln der Ägäis aus. Auch sämtliche Busse des Nahverkehrs in der Hauptstadt Athen sowie die Eisenbahn standen still. Am Vormittag traten auch die Fluglotsen in den Streik, Dutzende Flüge fielen aus, darunter auch ein Flug der AUA nach Athen, der um 10:20 in Wien starten und um 16.25 Uhr wieder in Wien enden sollte. Die Passagiere wurden auf spätere Flüche umgebucht oder konnten über andere Destinationen fliegen.
Zudem wurden alle Behörden und Ministerien bestreikt. Auch die Lehrer und die Journalisten traten in den Ausstand, im Radio und Fernsehen gibt es keine Nachrichten. Auch viele kleinere Läden bleiben geschlossen.
Elfter landesweiter Streik gegen Sparprogramm
Es ist der elfte landesweite Streik seit Einführung der ersten Sparmaßnahmen vor 13 Monaten. Viele Arbeitnehmer haben in den vergangenen Monaten bis zu 20 Prozent ihres Einkommens verloren. Griechenland hat mehr als 340 Milliarden Euro Schulden und konnte bisher nur mithilfe der EU und des Internationalen Währungsfonds vor dem Bankrott gerettet werden.
Der griechische Ministerpräsident Giorgos Papandreou hatte am Dienstagabend in Berlin dafür geworben, der Reformfähigkeit seines Landes zu vertrauen. Griechenland werde seine Hilfen mit Zinsen zurückzahlen: "Das ist für uns eine Frage der Glaubwürdigkeit."
Griechenland soll raus aus der Euro-Zone
Unterdessen warnte der europäische Sachverständigenrat EEAG davor, dass Griechenland trotz des harten Sparkurses nicht aus der Schuldenkrise kommen werde. Die Experten glauben nicht, dass sich das Land aus eigener Kraft sanieren kann. Ihrer Einschätzung nach werden spätestens 2013, wenn das 110 Milliarden Euro schwere Hilfspaket von EU-Kommission und Internationalem Währungsfonds ausläuft, neuerliche Rettungshilfen benötigt. Sie haben deshalb am Dienstag vorgeschlagen, dass Griechenland entweder aus der Währungsunion austrete und die Drachme wieder einführe oder Löhne und Preise auf breiter Front noch drastischer senke.











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