Mit der Laura Privatstiftung ist der wichtigste österreichische Stiftungsbunker der Familie Benko zahlungsunfähig. Der Vorstand stellte in Innsbruck einen Antrag auf Insolvenzeröffnung. Hintergrund sind verlorene Schiedsgerichtsverfahren.
Der Schritt kam für Beobachter nicht unerwartet: Mittwoch, 11. März, rund fünf Wochen nach zwei folgenschweren Urteilen des Internationalen Schiedsgerichtes (ICC) in der Schweiz, stellte die Laura Privatstiftung mit Sitz in Innsbruck einen Eigenantrag auf Insolvenzeröffnung. Hintergrund sind Zahlungsverpflichtungen aus den Schiedsurteilen in Höhe von rund einer Milliarde Euro, denen die Stiftung nicht mehr nachkommen kann.
„Die vom Stiftungsvorstand veranlassten Prüfungen haben ergeben, dass gegen diese Schiedssprüche keine ausreichenden Erfolgschancen eines Rechtsmittels bestehen“, erklärt nun der Stiftungsvorstand, der darauf hinweist, dass die ehemaligen Stiftungsvorstände diese „Verpflichtungen“ gegenüber dem Staatsfonds Mubadala aus Abu Dhabi eingegangen waren.
Rund 300 Millionen Vermögen
Die Laura Privatstiftung galt in den letzten Jahren als wesentlicher österreichischer Stiftungsbunker der Benkos. Darin waren zuletzt Vermögenswerte von rund 300 Millionen Euro gebündelt, darunter Zinshäuser in Ostdeutschland, aber auch zahlreiche Liegenschaften rund um Innsbruck. Auch die – zwischenzeitig – mit bis zu 80 Millionen Euro bewertete Protzvilla in Innsbruck Igls, die Milliardenpleitier René Benko bis zu seiner Inhaftierung Ende Jänner 2024 bewohnte, gehört über eine Tochtergesellschaft zur Laura Stiftungsgruppe.
Stand Ende Dezember 2022, ein knappes Jahr vor dem Einsetzen des Konkurs-Dominos in Benkos Signa-Gruppe, verfügte die Laura Privatstiftung laut „Krone“-Recherchen noch über ein Eigenkapital von 527,56 Millionen Euro, wie aus einem vertraulichen Jahresabschluss hervorgeht.
Millionen-Schenkungen
Offiziell zählte René Benko, der die Stiftung Anfang 2007 mit seiner Mutter Ingeborg gegründet hat, nicht zum Kreis der Begünstigten. Dennoch erhielt er im Laufe der Jahre laut einem Zwischenbericht der Soko Signa immer wieder hohe Zuwendungen. Ein Auszug:
Damit verbleibt den Benkos mit der Ingbe Stiftung in Liechtenstein noch ein wesentlicher Vermögensbunker im Ausland. Doch auch im kleinen Fürstentum gibt es große Probleme: René Benkos Masseverwalter Andreas Grabenweger hatte Anfang Jänner 2026 eine einstweilige Verfügung erwirkt. Rund 50 Millionen Euro sind aktuell eingefroren.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.