Laura Stiftung

Vermögensbunker der Benkos schlittert in Pleite

Gericht
11.03.2026 10:04

Mit der Laura Privatstiftung ist der wichtigste österreichische Stiftungsbunker der Familie Benko zahlungsunfähig. Der Vorstand stellte in Innsbruck einen Antrag auf Insolvenzeröffnung. Hintergrund sind verlorene Schiedsgerichtsverfahren.

Der Schritt kam für Beobachter nicht unerwartet: Mittwoch, 11. März, rund fünf Wochen nach zwei folgenschweren Urteilen des Internationalen Schiedsgerichtes (ICC) in der Schweiz, stellte die Laura Privatstiftung mit Sitz in Innsbruck einen Eigenantrag auf Insolvenzeröffnung. Hintergrund sind Zahlungsverpflichtungen aus den Schiedsurteilen in Höhe von rund einer Milliarde Euro, denen die Stiftung nicht mehr nachkommen kann.

„Die vom Stiftungsvorstand veranlassten Prüfungen haben ergeben, dass gegen diese Schiedssprüche keine ausreichenden Erfolgschancen eines Rechtsmittels bestehen“, erklärt nun der Stiftungsvorstand, der darauf hinweist, dass die ehemaligen Stiftungsvorstände diese „Verpflichtungen“ gegenüber dem Staatsfonds Mubadala aus Abu Dhabi eingegangen waren.

Benkos Protzvilla gehört der Laura Stiftungsgruppe.
Benkos Protzvilla gehört der Laura Stiftungsgruppe.(Bild: EXPA, APA/ GERHARD HOCHMUTH)

Rund 300 Millionen Vermögen
Die Laura Privatstiftung galt in den letzten Jahren als wesentlicher österreichischer Stiftungsbunker der Benkos. Darin waren zuletzt Vermögenswerte von rund 300 Millionen Euro gebündelt, darunter Zinshäuser in Ostdeutschland, aber auch zahlreiche Liegenschaften rund um Innsbruck. Auch die – zwischenzeitig – mit bis zu 80 Millionen Euro bewertete Protzvilla in Innsbruck Igls, die Milliardenpleitier René Benko bis zu seiner Inhaftierung Ende Jänner 2024 bewohnte, gehört über eine Tochtergesellschaft zur Laura Stiftungsgruppe.

Stand Ende Dezember 2022, ein knappes Jahr vor dem Einsetzen des Konkurs-Dominos in Benkos Signa-Gruppe, verfügte die Laura Privatstiftung laut „Krone“-Recherchen noch über ein Eigenkapital von 527,56 Millionen Euro, wie aus einem vertraulichen Jahresabschluss hervorgeht.

Auszug aus dem Jahresabschluss 2022
Auszug aus dem Jahresabschluss 2022(Bild: zVg)

Millionen-Schenkungen
Offiziell zählte René Benko, der die Stiftung Anfang 2007 mit seiner Mutter Ingeborg gegründet hat, nicht zum Kreis der Begünstigten. Dennoch erhielt er im Laufe der Jahre laut einem Zwischenbericht der Soko Signa immer wieder hohe Zuwendungen. Ein Auszug:

  • Am 28. Dezember 2015 erhält Mutter Benko von der Laura Privatstiftung eine Zuwendung über 15 Millionen Euro. Noch am selben Tag gehen die 15 Millionen als Schenkung an René Benko weiter.
  • Am 7. Dezember 2017 fließen 1,015 Millionen Euro von der Laura Stiftung an Benkos Mutter. Ebenfalls am selben Tag wandern die 1,015 Millionen auf das Konto des Sohnes.
  • Am 19. Dezember 2019 kassiert Ingeborg Benko von der Laura Stiftung 2,682 Millionen Euro. Diese Summe wird einen Tag später an den Sohn weitergeleitet. Erneut als Schenkung.

Damit verbleibt den Benkos mit der Ingbe Stiftung in Liechtenstein noch ein wesentlicher Vermögensbunker im Ausland. Doch auch im kleinen Fürstentum gibt es große Probleme: René Benkos Masseverwalter Andreas Grabenweger hatte Anfang Jänner 2026 eine einstweilige Verfügung erwirkt. Rund 50 Millionen Euro sind aktuell eingefroren.

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