26.06.2021 14:32 |

Reparatur war geplant

Einsturz in Miami: Experte warnte 2018 vor Schäden

Bei dem Teileinsturz eines zwölfstöckigen Wohnhauses in einem Vorort von Miami im US-Bundestaat Florida sind vier Menschen gestorben. Es wird befürchtet, dass die Zahl der Todesopfer noch stark steigen wird, da 159 Menschen vermisst werden. Rettungskräfte suchen unermüdlich in den Trümmern nach Überlebenden. Indes wird die Unglücksursache ermittelt. Dabei sorgt ein Medienbericht für Aufsehen: Demnach warnte ein Gutachter schon vor drei Jahren „größere strukturelle Schäden“ an dem 40 Jahre alten Wohnkomplex. 

Dem Bericht der „New York Times“ zufolge fand der Experte zudem „reichlich“ Risse an den Säulen, Trägern und Wänden der Parkgarage unter dem Gebäude in der Kleinstadt Surfside. Das Gutachten des Ingenieurs war Grundlage für ein umfangreiches Reparaturprojekt.

Reparaturen hätten „zeitnah“ erfolgen sollen
Dieses hätte heuer in Angriff genommen werden sollen, obwohl in dem Bericht aus dem Jahr 2018, den Beamte der Stadt nun veröffentlichten, steht, dass die Betonschäden „zeitnah repariert werden“ müssen. „Sie waren gerade dabei, damit anzufangen“, sagte der Anwalt der Gebäudemanager der „New York Times“.

Dazu kam es aber nicht mehr: In der Nacht auf Donnerstag stürzte der Komplex teilweise ein, schlafende Bewohner wurden in einem massiven Trümmerhaufen eingeschlossen. Rettungskräfte suchen weiterhin nach zahlreichen Vermissten. Ermittler, die die Ursache für den Einsturz untersuchen sollen, haben daher noch keinen Zugang zum Gelände.

„Jede Minute zählt“
Stadtrat Charles Kesl sagte dem Sender CNN, er hoffe auf weitere Überlebende. „Realistisch gesehen bin ich aber nicht sicher, wie viele oder ob überhaupt jemand lebend geborgen und gefunden wird.“ Die Bürgermeisterin des Bezirks Miami-Dade sagte mit Blick auf die Suche: „Jede Minute zählt.“ Für eine etwaige Identifizierung von Opfern seien von Angehörigen DNA-Proben genommen worden, berichteten örtliche Medien.

Ermittlung der Einsturzursache kann Monate dauern
Herauszufinden, warum das Gebäude genau eingestürzt ist, kann laut Experten Monate dauern. Eliana Salzhauer, Kommissarin aus Surfside, sagte der „New York Times“, es sei „erschütternd“ zu sehen, dass die Gebäudemanager in dem Bericht eindeutig auf die Probleme aufmerksam gemacht worden seien. Diese hätten möglicherweise zum Einsturz beigetragen „und es scheint aus den Dokumenten hervorzugehen, dass die Probleme nicht angegangen wurden.“

Matthias Fuchs
Matthias Fuchs
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