23.06.2021 10:56 |

Laut „New York Times“

Beteiligte an Khashoggi-Mord in USA ausgebildet

Wie die „New York Times“ am Mittwoch berichtete, gibt es in der Causa um den ermordeten saudi-arabischen Journalisten Jamal Khashoggi neue Hinweise auf eine paramilitärische Ausbildung mehrerer Tatbeteiligter in den USA. Demnach sollen vier Mitglieder des Mordkommandos 2017 an einem Training der privaten Sicherheitsfirma Tier 1 Group teilgenommen haben. Zwei von ihnen sollen schon von Oktober 2014 bis Jänner 2015 einen vorherigen Ausbildungsgang absolviert haben.

Die Zeitung berief sich auf die Aussage eines Managers des US-Unternehmens Cerberus Capital Management, der Muttergesellschaft der Tier 1 Group. Dieser hatte sich für einen Posten im US-Verteidigungsministerium beworben. In einer schriftlichen Stellungnahme gegenüber dem Pentagon erklärte er, dass die Ausbildung der saudi-arabischen Agenten defensiver Natur gewesen sei und „keinen Bezug zur ihren späteren abscheulichen Taten“ gehabt habe.

Die Schulungen erfolgten dem Bericht zufolge mit Genehmigung der US-Regierung unter dem damaligen Präsidenten Barack Obama. Über die mutmaßliche Ausbildung von Mitgliedern des Mordkommandos in den USA hatte 2019 bereits die „Washington Post“ berichtet.

Von Geheimdienstkommando ermordet
Khashoggi war am 2. Oktober 2018 im saudi-arabischen Konsulat in Istanbul von einem 15-köpfigen saudi-arabischen Geheimdienstkommando ermordet worden. Seine Leiche wurde zerstückelt. Der saudi-arabische Journalist und Regierungskritiker lebte damals im Exil in den USA und schrieb für die „Washington Post“.

Die USA hatten Ende Februar einen Geheimdienstbericht veröffentlicht, in dem der saudi-arabische Kronprinz Mohammed bin Salman direkt für die Ermordung Khashoggis verantwortlich gemacht wird. Der Thronfolger habe den Einsatz zur Ergreifung oder Tötung des Regierungskritikers „genehmigt“, hieß es darin.

„Missglückter Einsatz bei Festnahme“
Die saudische Regierung hatte die Ermordung Khashoggis zunächst bestritten, unter internationalem Druck aber schließlich zugegeben, dass der Gegner des mächtigen Kronprinzen „bei einem missglückten Einsatz zu seiner Festnahme“ getötet worden sei. Eine Verwicklung des Thronfolgers wies das Königreich aber entschieden zurück. Später wurden bei einem undurchsichtigen Prozess in Saudi-Arabien fünf saudische Staatsbürger zum Tode und drei weitere zu Haftstrafen verurteilt. Die Todesstrafen wurden seither in Haftstrafen verwandelt.

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