15.06.2021 18:21 |

Wende in der Slowakei

Freisprüche im Mordfall Jan Kuciak aufgehoben

Knalleffekt in der Slowakei: Der Prozess gegen die möglichen Drahtzieher der Ermordung des Journalisten Jan Kuciak und seiner Verlobten muss neu aufgerollt werden. Das oberste Gericht des Landes hob am Dienstag in Bratislava den Freispruch für den Millionär Marian Kocner und eine mutmaßliche Komplizin auf.

Der Fall geht nun zurück an eine niedrigere Instanz. Begründet wurde das unter anderem damit, dass die Staatsanwaltschaft zahlreiche neue Beweise wie Auszüge aus SMS-Inhalten vorgelegt habe.

Journalist und Freundin in ihrem Haus erschossen
Der damals 27 Jahre alte Investigativ-Journalist Kuciak und seine gleichaltrige Verlobte Martina Kusnirova waren im Februar 2018 in ihrem Haus erschossen worden. Kuciak hatte über zwielichtige Geschäfte Kocners berichtet, aber auch über andere Verfilzungen von Politik und Wirtschaft. Der geständige Todesschütze wurde bereits rechtskräftig zu 25 Jahren Gefängnis verurteilt. Ein weiterer Mittäter kam mit 15 Jahren Haft davon, weil er als Kronzeuge wichtige Hinweise lieferte.

Der 58-jährige Millionär Kocner weist alle Vorwürfe zurück, die Morde in Auftrag gegeben zu haben. In erster Instanz wurde er im vergangenen September freigesprochen, was auch international auf Kritik stieß. Der Unternehmer sitzt bereits in Haft, weil er in einem anderem Fall wegen Fälschung von Schuldverschreibungen zu 19 Jahren Gefängnis verurteilt wurde.

Im Fall von Tomas S., dem dritten Mitangeklagten, der im Berufungsverfahren am Dienstag vor Gericht stand, hat das Oberste Gericht hingegen die vorherige Entscheidung der Spezialrichter über eine Haftstrafe von 25 Jahren bestätigt. S. hatte den Todesschützen im Kuciak-Mordfall zum Tatort gefahren und ist laut dem Gericht auch für den Mord an einem Unternehmer aus Kollarovo aus dem Jahr 2016 schuldig. In seinem Fall wurde das Urteil mit der Entscheidung der Höchstrichter rechtskräftig. Die Staatsanwaltschaft hatte in der Berufung für S. eine lebenslange Haftstrafe beantragt.

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