09.06.2021 10:00 |

Olympia-Quali

Für Buchinger geht’s in Paris um alles oder nichts

Beim Olympia-Qualifikations-Turnier in Paris müssen die Karate-Asse um Alisa Buchinger in die Top 3, um noch auf den Tokio-Zug aufzuspringen. Die Ex-Weltmeisterin aus Salzburg sieht eine 50:50-Chance, hat gute Erinnerungen an Frankreichs Hauptstadt. Aber auch für Stefan Pokorny sowie die Brüder Luca und Robin Rettenbacher geht es um alles oder nichts.

Für Karate-Bundestrainer Manfred Eppenschwandtner steht fest: „Es gibt wohl keine Sportart, in der die Qualifikationskriterien für Olympia noch härter sind.“ Was vorm Quali-Turnier von Freitag bis Sonntag in Paris folgende Zahlen untermauern: 495 Aktive aus 98 Nationen kämpfen um Last-Minute-Tickets für Tokio.

Hälfte der Abordnung aus Salzburg
Acht davon kommen aus Österreich, mit Alisa Buchinger (+ 61 kg), Stefan Pokorny (-67 kg) sowie den Brüdern Luca (-75 kg) und Robin Rettenbacher (+ 75 kg) vier aus Salzburg. Weltweit werden nur 40 Frauen und 40 Männer in drei Gewichtsklassen in Tokio starten – aus Österreich ist derzeit noch niemand fix.

Am Wochenende werden pro Gewichtsklasse drei Tickets vergeben. „Ich sehe eine 50:50-Chance“, betont Buchinger, Weltmeisterin von 2016. Die in den letzten Jahren, vor allem nach dem Wechsel der Gewichtsklasse, doch zu kämpfen hatte.

Wohl eine einmalige Chance
Am Mittwoch reist die 28-Jährige aber mit gutem Gefühl zum „Alles-oder-nichts-Turnier“. „Wir haben coronabedingt ein Jahr länger Vorbereitungszeit gehabt. Ich habe mich weiterentwickelt, bin vielleicht auch nicht mehr so verbissen wie früher“, sagte Alisa, die im Sportjournalisten-Kolleg in Rif an der Karriere danach arbeitet.

2024 nicht mehr im Olympia-Programm
Vorerst zählt aber nur Olympia – wohl eine einmalige Chance. Denn nach der Premiere in Tokio wird die Kampfsportart 2024 in Paris wieder aus dem Programm gestrichen. „Dabei hat Karate in Frankreich einen enormen Stellenwert“, ist Österreichs Karate-Boss Georg Rußbacher ratlos.

Buchinger stand 2020 in Paris auf dem Podest

Einen großen Stellenwert hat Paris auch bei Buchinger. „Ich habe dort von 2011 bis 2013 dreimal gewonnen, war 2020 als Dritte auf dem Podest.“ Sie weiß aber: „Du kannst einen super Tag haben, aber auch in Runde eins ausscheiden.“

Ins selbe Horn bläst der EM-Dritte Pokorny: „Es darf dir kein Fehler passieren.“ Sonst ist der Olympiatraum schnell ausgeträumt. „Es ist fast schwieriger, sich zu qualifizieren, als in Tokio eine Medaille zu holen“, glaubt Eppenschwandtner. Klappt es in Paris nicht, ist der Olympiazug abgefahren. Denn die wenigen zu vergebenden Wildcards gehen nicht an Österreich.

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Es ist fast schwieriger, sich zu qualifizieren, als in Tokio eine Medaille zu holen."

Karate-Bundestrainer Manfred Eppenschwandtner

Herbert Struber
Herbert Struber
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