03.05.2021 07:38 |

Juweliermord in Wien

„Wollen Gerechtigkeit für Opfer und Angehörige!“

„Kampf gegen Menschenhandel“ - so der offizielle Titel der Balkan-Dienstreise des Innenministers und des Direktors des Bundeskriminalamts. Zurück kam man (wie berichtet) mit einer Verhaftung in Sachen Wiener Juweliermord. Mit „Krone“-Redakteur Klaus Loibnegger sprach der Topermittler über den „Zufallstreffer“.

„Krone“: Herr Holzer, den Mordfall aus Wien hatten Sie bei der Dienstreise mit im Gepäck?
Andreas Holzer: Neben Schlepperei war auch die organisierte Kriminalität ein großes Thema. Und ja – wir wollten noch einmal klarmachen, wie wichtig uns der Fall ist.

Man wusste also, wer und wo die Täter sind?
Richtig. Dank der Ermittlungsarbeit durch das Landeskriminalamt Wien waren die Identitäten rasch geklärt. Unsere Zielfahnder im Bundeskriminalamt haben dann mithilfe des Netzwerks ENFAST die Fährte aufgenommen. Wir wussten also, wo die Verdächtigen sind.

Provokativ gefragt: Wieso dauerte es dann sechs Monate, um den Hauptverdächtigen zu fassen? Es wird vermutet, dass der Zugriff nicht zufällig zum Minister-Besuch in Serbien über die Bühne ging ...
Ich weiß – klingt unwahrscheinlich, dass der Verdächtige ausgerechnet an jenem Tag versucht hat, aus Serbien auszureisen. Aber es war tatsächlich so. Schon ein paar Wochen davor war ein Zugriff geplant – allerdings hatte sich der Verdächtige da noch kurzfristig entschlossen, doch nicht die Grenze zu überqueren.

Heißt: Man hat den richtigen Zeitpunkt abgewartet?
Ganz genau. Grundsätzlich liefern Staaten (wie auch Österreich) eigene Landsleute nicht aus. Man könnte den Prozess (sofern das Delikt auch in dem jeweiligen Land strafbar ist) maximal abtreten. Unser Ziel ist es aber, Täter für ihre Verbrechen, die sie bei uns begangen haben, auch vor heimischen Gerichten zur Verantwortung zu ziehen – und Opfern sowie Angehörigen Gerechtigkeit zukommen zu lassen. Das sind wir ihnen schuldig!

Wie sieht es mit dem zweiten Verdächtigen aus?
Wir wissen, wer er ist! Es ist nur eine Frage der Zeit, bis auch er in unser Netz geht!

Klaus Loibnegger
Klaus Loibnegger
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