28.04.2021 05:55 |

Im Standby-Modus

Wiener Koalition weiter für Fitnessstudio-Verbot

Ganz Österreich öffnet am 19. Mai. Ganz Österreich? Nein, ein Bundesland schert aus: Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) ist - angesichts der aktuellen Zahlen auf den Intensivstationen - kein Freund vom türkis-grünen Aufmach-Reigen.

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In Ludwigs Worten klingt das so: „Ich halte eine generelle Öffnung für sehr schwierig.“ Unterstützt wurde er dabei am Dienstag auch von Vizebürgermeister Christoph Wiederkehr (NEOS). Und das kommt auf die Wiener zu:

Die Fitnessstudios werden von der Punschkrapfen-Koalition mit Sicherheit nicht am 19. Mai geöffnet. Indoor, viele Personen, Aerosol-Wolken - das passt nicht zu Ludwigs vorsichtigen Öffnungsschritten. „Durch unseren Einsatz wurde uns zum Glück der Umsatzausfallersatz auf 30 Prozent erhöht. Damit kann ein geschlossenes Studio zumindest überleben“, erklärt Gerhard Laister, Inhaber von Bodydays. „Eine ,Larifari-Öffnung‘ würde überhaupt nichts bringen. Das muss sich wirtschaftlich lohnen, und wenn die 20-Quadratmeter-Regelung für Gruppenkurse bestehen bleibt, lohnt es sich nicht.“ Startbereit wären die Studios auf jeden Fall zu jeder Zeit.

Die Gastronomie ist wieder einmal im Standby-Modus: „Wir brauchen eine Vorlaufzeit von 14 Tagen. Ich halte es für richtig, wenn man kommende Woche noch wartet und dann Aussagen trifft, bevor man wieder euphorisch ist“, so Gastronomie-Obmann Peter Dobcak.

Prinzipiell gibt es diese Möglichkeiten:

  • Die Gastro öffnet innen und außen: Alle sind glücklich, ein Prosit der Gemütlichkeit. Aktuell die für Wien allerdings unwahrscheinlichste Variante.
  • Die Gastro öffnet gar nicht. „Dann hätten die Gastronomen einen großen Umsatzverlust, was den ersten Schwung betrifft“, so Dobcak weiter. Der würde sich dann in den übrigen Bundesländern abspielen. Diese Variante lässt sich nur schwer umsetzen.
  • Die Gastro öffnet außen, aber nicht innen. Das hat momentan in Wien die besten Karten, macht die Wirte aber auch nicht glücklich. Ein Drittel der Betriebe hat nicht einmal einen Schanigarten. Und jedes bestellte Bier müsste sofort abgerechnet werden, denn kommt der Platzregen, heißt es: Auf Wiedersehen, Kunde, ab nach Hause!

Die Hotellerie wiederum ist eher auf der Seite der Bundesregierung. „Das breite Öffnen ist richtig“, meint Markus Griessler, WK-Obmann der Sparte Tourismus. „Die Betriebe brauchen Planungssicherheit!"

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