24.04.2021 18:27 |

Wahlkampfversprechen

Biden nennt Massaker an Armeniern „Völkermord“

US-Präsident Joe Biden hat das vom Osmanischen Reich vor mehr als 100 Jahren an den Armenien verübte Massaker offiziell als „Völkermord“ anerkannt. „Das amerikanische Volk ehrt all jene Armenier, die in dem Völkermord, der heute vor 106 Jahren begann, umgekommen sind“, hieß es in einer vom Weißen Haus verbreiteten Mitteilung Bidens zum Gedenktag an die Massaker am Samstag. Mit der Erklärung erfüllte Biden ein Versprechen aus seinem Wahlkampf.

Bereits 2019 hatte der US-Kongress die Massaker an den Armeniern im Osmanischen Reich als „Völkermord“ anerkannt. Die Regierung des damaligen US-Präsidenten Donald Trump betonte anschließend, die rechtlich nicht bindende Resolution ändere nichts an der Haltung der US-Regierung.

Trump: „Eines der schlimmsten Massen-Gräueltaten des 20. Jahrhunderts“
Biden-Vorgänger Trump hatte „von einer der schlimmsten Massen-Gräueltaten des 20. Jahrhunderts“ gesprochen, das Wort „Völkermord“ aber - wie andere US-Präsidenten auch - aus Rücksicht auf den engen Bündnispartner Türkei vermieden.

Bis zu 1,5 Millionen Opfer
Während des Ersten Weltkriegs waren Armenier systematisch verfolgt und unter anderem auf Todesmärsche in die syrische Wüste geschickt worden. Historiker sprechen von Hunderttausenden bis zu 1,5 Millionen Opfern. Die Türkei als Nachfolgerin des Osmanischen Reiches gesteht den Tod von 300.000 bis 500.000 Armeniern während des Ersten Weltkrieges ein und bedauert die Massaker. Eine Einstufung als Völkermord weist sie jedoch strikt zurück.

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