Pfeifen heiß begehrt

Pfarre ist alte Kirchenorgel jetzt endlich los

Dass die Pfarre Rosenau in Seewalchen ihre Orgel im Internet zum Verkauf anbot, sogte für enormes Echo. Aber trotz vieler Anfragen brachte die evangelische Gnadenkirche das 37.900 € teure Instrument nicht an den Mann. Der stückweise Verkauf der Orgelpfeifen läuft besser, sie sind bei Sammlern begehrt.

„80 Prozent sind verkauft, den Rest werden wir hoffentlich auch noch schaffen. Es gibt ja noch einige Veranstaltungen“, klingt Pfarrer Roman Fraiss erleichtert. Im Juni erwartet er bereits die Lieferung der neuen Kirchenorgel für die Pfarre Rosenau in Seewalchen. Mit dem Verkauf des alten Musikinstruments mit insgesamt 23 Registern sah es bis vor wenigen Tagen aber noch nicht so rosig aus.

Und das, obwohl das Online-Inserat medial für viel Wirbel sorgte und es auch sehr viele Anfragen für das Unikat aus den 1960er-Jahren gab. „Es haben sich einige ernsthafte Interessenten gemeldet, auch aus Polen und Rumänien. Sogar ein Kloster aus Salzburg hat sein Interesse bekundet“, erzählt Fraiss. Der Ab- und Aufbau sowie der Transport der Orgel stellten sich aber als zu große (finanzielle) Hürden heraus. Und als ein Auktionshaus anklopfte, ließ dessen Reputation Zweifel aufkommen.

Pfeifen als Deko für Gärten und Wohnungen
Wie schon vor einigen Jahren das Linzer Brucknerhaus, beschloss das Orgelteam der Pfarre, die Pfeifen einzeln zu verkaufen. An einem einzigen Tag gingen 1600 Stück zum Preis von vier bis 50 Euro weg. „Musiker, Sammler oder auch Mitglieder unserer Pfarre haben sich die Pfeifen gesichert. Man findet sie jetzt als Dekomaterial in Gärten oder in Wohnungen“, schmunzelt Fraiss. Rund 9000 Euro hat der stückweise Verkauf in die Pfarrkasse gespült. Für die gesamte Orgel, die schon einige Qualitätsmängel aufwies, verlangte die Pfarre 37.900 Euro.

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Viele kaufen sich die Pfeifen der alten Kirchenorgel, weil sie das Gefühl haben, das kriegt man nirgendwo sonst - auch nicht auf Amazon.

Roman Fraiss, Pfarrer in Seewalchen

Jetzt überwiegt nur noch die Vorfreude auf die neue Orgel. 2015 lagen die ersten Pläne dafür auf dem Tisch. Ein Jahr später erfolgte dann der Beschluss für die Anschaffung. Geschätzte Kosten: 250.000 Euro. 2018 genehmigte der Superintendentialausschuss das Projekt, der Salzburger Orgelbaumeister Roland Hitsch wurde mit dem Bau beauftragt. Dank Förderungen, Haussammlungen und einer Spendenaktion gelang es, die Finanzierung auf die Beine zu stellen.

Mario Zeko
Mario Zeko
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Freitag, 07. Mai 2021
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