19.04.2021 17:29 |

Corona-Lage

„Bild“ fragt: „Wie hat Österreich DAS geschafft?“

„Wie hat unser Nachbarland denn DAS geschafft?“, fragt die deutsche „Bild“ am Montag auf ihrer Onlineseite. Mit Nachbarland ist Österreich und unsere Corona-Strategie gemeint - und dass trotz regionaler Öffnungsschritte die 7-Tage-Inzidenz bundesweit kontinuierlich sinkt. Anders als in Deutschland, wo diese trotz monatelangen harten Lockdowns sogar leicht steigt. Die „Bild“ hebt dabei vor allem die Testoffensive hervor. Nicht zum ersten Mal, dass deutsche Medien Österreichs Corona-Strategie positiv hervorheben.

Angespannt bleibt die Situation in Österreich in den Spitälern. Die Zahl der Hospitalisierten mit Covid-19 stieg am Montag um 89 auf exakt 2100, darunter sind 570 Intensivpatienten, 24 mehr als am Sonntag. Dennoch lässt sich nicht leugnen, dass sowohl die Zahl der Neuinfizierten als auch die Sieben-Tage-Inzidenz kontinuierlich sinken.

„Ösi-Wunder“
Die „Bild“-Zeitung findet dafür lobende Worte: „Seit 1. April fallen in Österreich die Infektionszahlen - und das ohne bundesweiten Lockdown. In den meisten Regionen des Landes sind Geschäfte und Kindergärten offen. Schulen arbeiten im Wechselbetrieb, Pflicht zur Heimarbeit gibt es nicht.“ Selbst zu Ostern sei Spazierengehen und Joggen immer erlaubt gewesen. Resultat: Die 7-Tage-Inzidenz sei von 255 Ende März auf 184 (Stand Montagmorgen) gefallen. „Tendenz also stark fallend“, betont die Zeitung. Zur Info: Der R-Wert in Österreich lag am Freitag bei 0,94. Die „Bild“ spricht sogar vom „Ösi-Wunder“.

Weitere Öffnungen in Österreich ab Mitte Mai angekündigt
Und das, obwohl es aktuell nur noch in zwei Bundesländern (Wien, Niederösterreich) einen harten Lockdown gibt. In sieben Bundesländern gibt es einen „Lockdown light“, in Vorarlberg ist zusätzlich die Gastronomie geöffnet. Und bereits für Mitte Mai stellte Bundeskanzler Sebastian Kurz in der Vorwoche Öffnungen in den Branchen Sport, Kultur, Gastronomie und Tourismus an. 

Trotz hartem Lockdown steigt 7-Tage-Inzidenz in Deutschland
Völlig anderes Bild dagegen in Deutschland: Die 7-Tage-Inzidenz lag laut Robert-Koch-Institut am Montagmorgen bundesweit bei 165,3, am Vortag bei 162,3. Tendenz also leicht steigend. Der R-Wert lag am Freitag bei 1,24. Und das, obwohl sich Deutschland seit Dezember in einem harten Lockdown befindet.

Automatische Ausgangssperre
Angesichts weiter steigender Corona-Zahlen will die deutsche Bundesregierung trotz anhaltender Kritik sogar an der einheitlichen „Notbremse“ festhalten. Ab einer 100er-Inzidenz gilt regional nach einer bestimmten Frist automatisch eine Ausgangssperre von 21 bis 5 Uhr. Private Zusammenkünfte werden auf einen Haushalt plus eine weitere Person begrenzt. Geschäfte, die nicht dem täglichen Bedarf dienen, müssen wieder schließen. Die Öffnung von Kultur- und Freizeiteinrichtungen wie Theatern, Museen oder Zoos wird untersagt.

Lob für Österreichs Teststrategie
Fazit: Österreich öffnet schrittweise und die Zahlen sinken leicht. Deutschland verharrt dagegen seit Monaten im harten Lockdown, trotzdem steigen die Zahlen leicht an. Als mögliches Erfolgsgeheimnis Österreichs vermutet die „Bild“ die massenhaften Schnelltests. Deshalb habe Österreich eine geringere Dunkelziffer als Deutschland.

Bereits im Februar zeigten sich deutsche Medien über die Testoffensive Österreichs verblüfft. „Österreich setzt das schon massiv ein. Die große Frage ist: Warum machen wir das nicht?“, kritisierte etwa ZDF-Moderator Markus Lanz damals in seiner Talkrunde. Mittlerweile testet auch Deutschland, aber längst nicht so breitflächig wie Österreich. 

Franz Hollauf
Franz Hollauf
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