18.04.2021 17:20 |

„Es fehlen 6 Wochen“

Lauterbach: Mit strengem Lockdown Wende Ende Mai

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hält mit einem „letztem strengen Lockdown“ bis Ende Mai ein starkes Senken der Fallzahlen der Corona-Infektionen und der Sterblichkeit in Deutschland für erreichbar. Erfahrungen aus Israel zeigten, dass dies erreicht werde, wenn mehr als die Hälfte der Bevölkerung die Erstimpfung habe, schrieb Lauterbach auf Twitter zu entsprechenden israelischen Statistiken. Es fehlten also nur noch sechs Wochen.

Lauterbach erklärte, mit einem strengen Lockdown ließen sich „weit über 10.000 Menschen“ meist im Alter von 40 bis 60 Jahren retten.

„Oder wir sind dafür nicht bereit, weil es uns die Einschränkungen 10.000 Tote nicht wert sind. Dann hätten wir versagt“, schrieb der SPD-Politiker weiter. Dabei warf er anderen Politikern vor, eine konkrete Auseinandersetzung mit der Zahl der zu erwartenden Opfer bei einem zu weichen Lockdown zu scheuen.

Farbanschlag auf Pkw von SPD-Politiker Lauterbach
Auf das Auto Lauterbach wurde unterdessen ein Farbanschlag verübt. Am Freitag habe es seinen geliebten Stadtwagen erwischt, twitterte Lauterbach am Samstag. „Farbeimer, er sieht schrecklich aus. Auch die Scheiben, ich kann ihn nicht mehr fahren.“ Lauterbach tritt in der Corona-Krise für strikte Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie ein und hat sich damit vielerorts Feinde gemacht.

Bundesregierung will an einheitlicher „Notbremse“ festhalten
Angesichts weiter steigender Corona-Zahlen will die deutsche Bundesregierung trotz anhaltender Kritik an der einheitlichen „Notbremse“ festhalten. Mehrere Minister verteidigten am Wochenende auch die besonders umstrittenen Pläne für Ausgangsbeschränkungen abends und in der Nacht. Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) sagte der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“, man wolle sich das Vorhaben nicht wieder „zerreden“ lassen. Bundestag und Bundesrat wollen in den nächsten Tagen darüber entscheiden. Kritiker drohen bereits mit dem Gang vors Bundesverfassungsgericht.

Automatische Ausgangssperre
Ab einer 100er-Inzidenz gilt regional nach einer bestimmten Frist automatisch eine Ausgangssperre von 21 bis 5 Uhr. Private Zusammenkünfte werden auf einen Haushalt plus eine weitere Person begrenzt. Geschäfte, die nicht dem täglichen Bedarf dienen, müssen wieder schließen. Die Öffnung von Kultur- und Freizeiteinrichtungen wie Theatern, Museen oder Zoos wird untersagt.

Über 19.000 Neuinfektionen
Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) am Sonntag 19.185 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 67 neue Todesfälle verzeichnet. Am Sonntag sind die vom RKI gemeldeten Fallzahlen allerdings meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird. Am Sonntag vor einer Woche hatte das RKI 17.855 Neuinfektionen und 104 neue Todesfälle verzeichnet. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag dem Institut zufolge am Sonntagmorgen bundesweit bei 162,3, nach 160,7 am Vortag. Vor vier Wochen hatte sie noch bei 129,7 gelegen.

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