14.04.2021 08:48 |

Erfolgreich angedockt

Robo-Raumschiff haucht Satelliten neues Leben ein

Der Rüstungs- und Raumfahrtkonzern Northrop Grumman aus den USA hat mit einem Robo-Raumschiff erfolgreich an einem bereits 17 Jahre alten Kommunikationssatelliten angedockt, dessen Leben dadurch um fünf Jahre verlängert werden soll. Das Raumfahrzeug leiht dem Satelliten, bei dem der Treibstoff knapp wurde, in den nächsten Jahren seinen Antrieb.

Damit Satelliten in der Umlaufbahn bleiben, sind gelegentliche Kurskorrekturen notwendig, für die ein Treibstoffvorrat mitgeführt wird. Geht dieser zur Neige, erreicht der Satellit das Ende seiner Lebensdauer und wird normalerweise in einen „Friedhof-Orbit“ geschickt, berichtet „The Verge“. Bei Northrop Grumman will man die Lebensdauer mit Service-Raumfahrzeugen verlängern. Sie docken an altersschwache Satelliten an und leihen ihnen ihren Antrieb, um sie ein paar Jahre länger in Position zu halten.

Die Versorgungsraumfahrzeuge für Satelliten nennt Northrop Grumman Mission Extension Vehicle (MEV). Bereits im vergangenen Jahr wurde das System mit MEV-1 erfolgreich getestet: Das Raumfahrzeug dockte erstmals an einen am Ende seiner Lebensspanne angelangten zivilen Intelsat-Kommunikationssatelliten an, der dadurch fünf weitere Jahre in der Umlaufbahn bleiben kann.

17 Jahre alter Satellit lebt fünf Jahre länger
Diese Woche gelang das Manöver abermals: Das im August in Französisch-Guyana gestartete MEV-2 dockte erfolgreich an einen 17 Jahre alten Intelsat-Satelliten an - rund 35.000 Kilometer von der Erde entfernt. Der höchst komplexe Andockvorgang dauerte mehrere Wochen, wurde am 12. März eingeleitet und ein Monat später abgeschlossen. Davor stieg MEV-2 ein halbes Jahr lang in die Umlaufbahn des Intelsat-Satelliten IS-10-02 empor.

Bei Northrop Grumman und anderen Raumfahrtunternehmen hofft man, mit der Satellitenwartung gute Geschäfte zu machen. Die Lebensspanne von Satelliten zu verlängern kann den Betreibern Kosten sparen, weil sie die Satelliten nicht so oft ersetzen müssen. Außerdem könnte der Service im Orbit dafür sorgen, dass weniger Weltraumschrott entsteht. Bei Intelsat ist man jedenfalls zufrieden. IS-10-02 funktioniere einwandfrei, habe aber nicht mehr genug Treibstoff. Dank MEV-2 könne man ihn nun noch einige Jahre weiter betreiben, sagt Intelsat-Manager Jean-Luc Froeliger.

MEV-2 soll für fünf Jahre am Intelsat-Satelliten angedockt bleiben und diesem Antrieb und Navigationscomputer leihen. Danach wird MEV-2 abdocken und den Satelliten in einen „Friedhofs-Orbit“ schicken, wo er keine Gefahr für aktive Satelliten darstellt. MEV-2 soll sich anschließend zu einem neuen „Klienten“ begeben und auch dessen Leben verlängern.

Künftig hofft man bei Northrop Grumman, den Satelliten-Service im noch größeren Stil anbieten zu können. Dafür arbeitet man an einem Mission Robotic Vehicle (MRV), das sechs Antriebsmodule transportieren und an Satelliten montieren kann. Erste Tests sind für 2024 geplant.

Dominik Erlinger
Dominik Erlinger
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