02.04.2021 12:36 |

„Wirken immer noch“

Welche Corona-Maßnahmen am meisten bringen

Das Schließen von Geschäften, Gastronomie und Friseursalons hat in der zweiten Welle aus epidemiologischer Sicht am meisten gebracht. Dort seien laut einer Oxford-Studie Ansteckungen am deutlichsten zurückgegangen, nämlich um zehn bis 20 Prozent, erklärte Komplexitätsforscher Peter Klimek. Derzeit wisse man allerdings noch nicht, warum das so ist, es sei aber sinnvoll, Lockdowns hart und kurz anzusetzen.

Es sei nicht möglich, genau zu sagen, ob die Reduktion bei den Infektionen zum Beispiel daher komme, dass sich „zum Beispiel Handelsangestellte untereinander weniger anstecken oder ob es der Effekt ist, dass sich die Bevölkerung beim Einkaufen gehen ansteckt“, so Klimek im Ö1-„Morgenjournal“.

Am wirkungsvollsten laut Oxford-Studie:

  • Schließen von Geschäften, Gastronomie und Friseursalons
  • Kontaktbeschränkung auf zwei Personen aus zwei Haushalten
  • Präventionskonzepte an Schulen

Für Privattreffen gelte auch weiterhin: je weniger, desto besser. „Wenn sich nur zwei Personen aus zwei Haushalten treffen dürfen, bringt das viel.“ Alles andere falle jedoch kaum ins Gewicht.

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Es ist sinnvoll, die Lockdowns hart und kurz anzusetzen. Kurz deswegen, damit wir nicht in diese Pandemie-Müdigkeitsfalle kommen. Und hart deswegen, damit wir einer möglichst kurzen Zeitspanne einen möglichst harten Effekt haben.

Peter Klimek

Für die Studie wurden Maßnahmen in 114 Regionen in insgesamt 17 Ländern analysiert - Österreich war auch dabei.

Weniger Einfluss durch geschlossene Schulen
Das Schließen von Schulen hatte laut Klimek im Herbst auch schon wesentlich weniger Einfluss auf die Ansteckungen als noch bei der ersten Welle, weil es da schon Präventionskonzepte gegeben habe. 

Für die derzeit grassierende dritte Welle könne man laut Klimek Folgendes mitnehmen: „Diese Maßnahmen wirken immer noch. Auch wenn es diesen Effekt der Pandemie-Müdigkeit gibt, ist er jetzt nicht so groß, dass es komplett sinnlos ist, diese Maßnahmen zu treffen“, so Klimek.

Seit Donnerstag „Osterruhe“ im Osten
Derzeit gilt in den östlichen Bundesländern Wien, Niederösterreich und Burgenland eine „Osterruhe“ mit geschlossenem Handel. Die Schulen befinden sich in den Osterferien. Die Gastronomie ist (mit der Ausnahme Vorarlberg) ohnehin seit Anfang November zu.

Video: „Osterruhe“-Lokalaugenschein in Wien

Am Dienstag nach Ostern tritt die Regierung zu einem weiteren Gipfel mit Bund und Ländern zusammen, um über das weitere Vorgehen in der Pandemie zu beraten.

Martin Grob
Martin Grob
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