Die Diskussion um den AstraZeneca-Impfstoff hat in der Steiermark bei den Corona-Schutzimpfungen für Angehörige von Schwangeren offenbar zu Abmeldungen geführt. Von 6005 Angemeldeten haben sich laut Harald Eitner, zuständig für die Impfstraßen in der Steiermark, bis Freitagmittag rund 700 abgemeldet. Ein Grund dürfte aber auch die Ankündigung gewesen sein, dass genauer kontrolliert wird, ob man tatsächlich eine Schwangere im nahen Umfeld hat. „Schwindler“ hatten im Vorfeld dabei teils kuriose Begründungen, für die Notwendigkeit geimpft zu werden, parat.
Freitagfrüh wurden erste Zurückweisungen von möglichen „Schwindlern“ vorgenommen: „Da gab es die absurdesten Fälle: Jemand sagte etwa, dass sein Hund schwanger ist“, so Eitner, der diese Angabe kaum glauben wollte. Tatsächlich zählen zu Angehörigen von Schwangeren deren Lebensgefährten, im selben Haushalt lebende Personen sowie auch gewisse Berufsgruppen, die Dienstleistungen für Schwangere anbieten.
In Ausnahmefällen können auch andere Angehörige geimpft werden, doch die müssen glaubhaft machen, dass sie tatsächlich engen und regelmäßigen Kontakt mit einer schwangeren Frau haben.
Wie auch alle anderen Bundesländer wird die Steiermark AstraZeneca-Impfstoffe vorerst weiterhin verabreichen. In der Steiermark hat eine Frau einige Tage nach der Impfung eine Lungenembolie erlitten - und zwar „mit einer ungewöhnlichen Konstellation des Gerinnungssystems“, so Marianne Brodmann vom Uniklinikum Graz. Daher habe man den Fall zur Prüfung gegeben.
Brodmann betont, dass es bisher der einzige schwere Fall bei mehr als 126.000 Impfungen in der Steiermark sei. Mehrere Tausend davon erfolgten mit dem AstraZeneca-Vakzin. „Ob ein Zusammenhang mit der Impfung besteht muss noch genau untersucht werden.“ Sie selbst würde sich aber - wenn sie nicht schon geimpft wäre - mit AstraZeneca impfen lassen.
Johnson & Johnson-Impfstoff ab April
„Erfreulich“ sei laut Impfkoordinator Koren, dass das Vakzin von Johnson & Johnson zugelassen wurde. Da erwarte man Mitte oder Ende April die ersten Lieferungen in der Steiermark. Da dieser Impfstoff nur einmal verabreicht werden muss, dürfte er vor allem für Personen, die zu Hause geimpft werden müssen, verwendet werden.
Ein kurzes Update zur Lage im Bundesland: Mit Stand Donnerstagmitternacht gab es in der Steiermark 3314 aktiv Infizierte. Bis Freitagfrüh sind insgesamt 1791 Personen im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben.
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