Corona in OÖ:

Impfung löste bei Sanitätern Folgewirkungen aus

Oberösterreich
17.02.2021 11:00

3600 Rot-Kreuz-Mitarbeiter in Oberösterreich wurden am Wochenende immunisiert. Aber mehr als zehn Prozent spüren Folgen der Impfung. Mobile Dienste sind noch ohne Testpflicht.

Einen Aufruf startete nach der Impfaktion unter 3600 Mitarbeitern das Rote Kreuz in Oberösterreich: Wegen Impfbeschwerden – Müdigkeit, Kopfschmerzen, Fieber – fielen mehr Sanitäter aus, als man gedacht hatte. „Wir hatten etwa mit zehn Prozent gerechnet, es waren deutlich mehr“, bestätigt RK-Sprecher Christian Hartl das kurzfristige Personalproblem, das vor allem im Fahrdienst auftrat, wo landesweit rund 120 Rettungsautos in 87 Dienststellen betrieben werden. „Wir konnten die kurzfristigen Personalausfälle durch Umstellung der Dienstpläne kompensieren. Und, was am wichtigsten ist: Die Notfall-Rettung war zu keinem Zeitpunkt unterbesetzt.“

Liste, wer zuerst dran kommt
Die Problematik wird in den kommenden Impf-Runden im Roten Kreuz – bis Ende Februar sind 6160 weitere Spritzen mit dem Impfstoff von AstraZeneca für Rettungsdienste geplant – einfließen. „Wir werden den Personalpuffer erhöhen, um gerüstet zu sein. Es wird niemand, der sich nicht zu 100 Prozent fit fühlt, Dienst machen“, sagt Hartl. Denn auch bei den Rettern gibt’s eine Prioritätenliste, wer zuerst eine Impfung bekommt: All jene, die mit Personen, sprich Patienten, in Kontakt kommen, erhalten die Spritze vor dem Büropersonal.

(Bild: Hörmandinger Reinhard)

Eine Lücke im Gesetz
Rettungsdienste sind beim Impfen hoch eingestuft sind, in der Testpflicht stehen sie hinten. Obwohl Berufsgruppen wie u.a. Pädagogen, Dienstleister mit Kundenkontakt und Menschen im öffentlichen Dienst mit Parteienverkehr wöchentlich testen müssen, beruht bei mobilen Diensten im Pflege- und Gesundheitsbereich die Testpflicht auf Freiwilligkeit – eine Gesetzeslücke. So brauchen etwa die rund 120 Teststraßenmitarbeiter nicht verpflichtend einen Test. „Wir halten sie aber dazu an, dass sie sich zweimal pro Woche testen“, sagt Thomas Märzinger, Geschäftsführer des Roten Kreuzes OÖ. Rund 90 Soldaten, die in Teststraßen im Einsatz sind, lassen sich wöchentlich testen.

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Jeder Sanitäter und jede mobile Kraft kann sich jederzeit testen lassen. Wir halten sie dazu an, dass sie das zwei Mal pro Woche tun. Die Bereitschaft ist groß. Aber das Gesetz sieht keine Testpflicht vor.

Thomas Märzinger leitet das Rotes Kreuz in OÖ

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