Abseits der Pandemie

Oberösterreicher sind so gesund wie selten zuvor

Oberösterreich
17.02.2021 06:00
Wäre da nicht Corona, die Mediziner in OÖ würden von einem Wunder sprechen: Die Gesundheitszahlen sind so gut wie selten. Aktuell ist die Grippewelle mit nur vier Fällen de facto ausgefallen. Und bei den meldepflichtigen Infektionskrankheiten gibt’s im Schnitt Rückgänge um 75 Prozent. Bis auf Zeckenbisse – aber das war zu erwarten, weil die Leute mehr spazieren gehen.

„Wir hatten mit solchen Zahlen gerechnet“, sagt Eva Heinzl von der Landessanitätsdirektion zu den Vorab-Daten (siehe Grafik). Dass die Masern-Zahlen als Ausreißer nach oben gingen, ist mit einem Ausbruch im Februar noch vorm Lockdown zu erklären. „Dann kamen keine Fälle mehr dazu“, weiß Heinzl. Dass Hepatitis A stabil blieb, kommt daher, dass im Sommer die Maßnahmen gelockert wurden und die Erreger meist im Urlaub „eingefangen“ werden.

Hygiene und Abstand wirken
„Vor allem bei den Krankheiten, die durch Tröpfcheninfektionen ausgelöst werden, sehen wir, dass Hygiene und Abstand wirken“, sagt Heinzl. So sind Kindergarten-Infektionen wie Noroviren (Durchfall) oder Keuchhusten auf ein Viertel der Fälle zurückgegangen. Ob nach der Rückkehr in die Klassen und Kindergärten diese Zahlen ansteigen, ist offen. Auch, wie sich ein Ende des Lockdowns auswirkt, weil durch fehlende Infektionen das Immunsystem geschwächt wurde.

Nur vier Grippefälle
Die Grippe ist nicht meldepflichtig, wird aber von der Gesundheitskasse erhoben: Im Vorjahr gab’s in OÖ zum selben Zeitpunkt fast 15.000 Krankenstände wegen Erkältungen und 1060 wegen Influenza – heuer sind es 2549 Husten- und Schnupfen-Kranke und gezählte vier Oberösterreicher, die mit echter Grippe daheim sind.

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