11.02.2021 09:43 |

Automatisiertes Fahren

Microsoft bringt VW in die Cloud

Microsoft und Volkswagen vertiefen ihre Partnerschaft bei der Entwicklung von Software für vernetzte Assistenzsysteme und automatisiertes Fahren. Wie beide Unternehmen am Donnerstag mitteilten, sollen Microsofts Cloud-Dienste beim Aufbau einer Plattform für Entwickler zum Einsatz kommen, wie die Unternehmen am Donnerstag mitteilten. Neben der sicheren Übertragung von Daten bringt der Software-Konzern auch seine Fähigkeiten bei künstlicher Intelligenz mit. Zugriff auf die VW-Daten bekomme Microsoft nicht, betonte Microsoft-Manager Scott Guthrie. 

Volkswagen und Microsoft kooperieren bereits seit 2018 beim Aufbau einer Cloud-Plattform für den Datenaustausch zwischen vernetzten Fahrzeugen. Die neuen Pläne weiten diese Partnerschaft aus. Der Konzern aus Redmond ist einer der wenigen Tech-Riesen ohne ein eigenes Autoprojekt. Die Google-Schwesterfirma Waymo und Apple arbeiten an eigener Software zum autonomen Fahren, Amazon kaufte die Roboterwagen-Firma Zoox. Microsoft wolle nicht mit seinen Kunden konkurrieren, betonte Guthrie. Außerdem habe der Konzern bereits in den 90er-Jahren erkannt, dass Unternehmen, die alles machen wollten, nicht erfolgreich seien.

Volkswagen legte die Entwicklung künftiger Software für alle Konzernmarken in der Firma Car.Software zusammen. Es geht um die ganze Palette von Fahrzeugfunktionen, einer Plattform für Infotainmentsysteme, Fahrwerkstechnologie sowie neue Geschäftsmodelle. Es steht viel auf dem Spiel: Die Industrie ist mit der fortschreitenden Digitalisierung an einem Wendepunkt angelangt. Die Branche stellt sich auf eine Zukunft ein, in der Software die Hauptrolle spielt und ein Auto mit Updates permanent verbessert werden kann. Dabei konkurrieren die Autounternehmen mit Apple und Google als Betreiber der großen Smartphone-Plattformen um den Zugang zu den Kunden und damit auch künftige Dienste-Erlöse.

Volkswagen erhofft sich von der laut Guthrie „sehr tiefgreifenden Partnerschaft“ mit Microsoft unter anderem schnellere Entwicklungszyklen, wie der Chef der neuen Software-Firma von VW, Dirk Hilgenberg, sagte. „Wir brauchen Partner, die uns beschleunigen können“, sagte Hilgenberg. Er hofft auch, gemeinsam mit Microsoft Ansätze zu entwickeln, die branchenweit als Standard etabliert und anderen Unternehmen angeboten werden könnten.

Quellen: APA/dpa

Sebastian Räuchle
Sebastian Räuchle
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