Bilder der Beute

Stift Kremsmünster: Kunstdieb droht der Ausschluss

Oberösterreich
27.01.2021 06:00

Im Stift Kremsmünster in Oberösterreich verschwanden 50 Gemälde und antike Waffen, der ehemalige Leiter der Kunstsammlung gestand die Tat. Jetzt sucht die Polizei noch nach Beutestücken, die noch verschwunden sind und vielleicht in einem Wohnzimmer hängen und die neuen Besitzer nicht wissen, dass sie Diebesgut ihr Eigen nennen. Dem diebischen Mönch droht als Strafe im Kloster übrigens der Ausschluss aus der Gemeinschaft.

Der Verkauf von 50 Bildern, historischen Waffen und Kleinoden aus der Sammlung des Stifts Kremsmünster ist der größte Kunstdiebstahl der vergangenen Jahrzehnte in Oberösterreich. Mit 300.000 Euro wird der Wert der Beutestücke beziffert. „Wir hoffen, dass wir noch weitere Stücke zurückbekommen“, sagt Abt Ambros Ebhart. Nach Abschluss der weltlichen Gerichtsbarkeit drohen dem geständigen Mitbruder Konsequenzen im Benediktiner-Kloster: „Bis zum Ausschluss.“

Geld für Restaurationen
Warum der ehemalige Kustos ihn nicht einfach um Geld gefragt habe, wenn er ein Kunstwerk restaurieren wollte und stattdessen in den vergangenen Jahren Werke aus der fast 5000 Stücke umfassenden Kunstsammlung verscherbelte, kann der Abt nicht beantworten. „Da hätte man sich absprechen können.“ So verschwanden nach einer Ausstellung drei antike Waffen, Unterlagen, ob sie nach dem Verleih wieder ins Kloster zurückkamen, fehlen. Unstrittig ist, dass der Kustos seine Kompetenzen überschritten hatte: „In der Satzung der Benediktiner ist klar geregelt, dass weder Verleih noch Veräußerung ohne Rücksprache mit dem Abt erlaubt sind.“

Vertrauensvolle Quelle
Die Staatsanwaltschaft Steyr ermittelt wegen schweren Diebstahls, aber ob die Händler sich der Hehlerei schuldig machten, muss erst geprüft werden. Sie kauften von einer vertrauensvollen Quelle, dem Chef der Kunstsammlung Kremsmünster. Als im Mai 2020 der Verdacht aufkam, weil der neue Kustos Lücken im Bestand bemerkte, waren die Werke schon weg. 25 konnte die Polizei wiederfinden. Wenn Sie wissen, wo eines der oben gezeigten Werke sich befindet, kontaktieren Sie bitte die Polizei oder das Stift Kremsmünster.

Markus Schütz und Christoph Gantner, Kronen Zeitung

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