Die UEFA habe aus ihren Fehlern gelernt. Der Zypriote Spyros Marangos wirft dem Verband ja vor, bei der Vergabe der EM 2012 in Polen und der Ukraine seien Funktionäre bestochen worden. "Wir ermitteln nur noch selbst, wenn es um Sport geht. Wenn es um kriminelle Handlungen geht, geben wir den Fall ab an die Justiz. Es ist zu gefährlich geworden, selbst zu ermitteln. Wir sind die UEFA, nicht Scotland Yard", erklärte Platini.
Kritik übte der 55-Jährige an der FIFA, weil der Weltverband am 2. Dezember in Zürich nicht nur die WM 2018, sondern auch 2022 vergibt. "Eine schlechte Idee. 2022, das ist in zwölf Jahren - warum müssen wir heute darüber entscheiden?", sagte Platini. Die Vergabepraxis der FIFA war durch eine Korruptionsaffäre vehement in die Kritik geraten. Die Ethik-Kommission hatte den Nigerianer Amos Adamu und den Tahitianer Reynald Temarii ausgeschlossen. Außerdem wurden vier ehemalige Exekutivmitglieder gesperrt.
Besseres System für WM-Vergabe
Für Platini wäre ein neues Wahlprozedere, bei dem nicht nur 24 Personen des höchsten FIFA-Gremiums über die WM-Vergabe abstimmen, wünschenswert: "Es geht bei der Vergabe von WMs, EMs oder Olympischen Spielen einfach um zu viel Geld. Vielleicht müsste man versuchen, ein besseres System zu finden." Dies müsste von einer Kommission erarbeitet werden.
Nach dem angekündigten Rückzug von Franz Beckenbauer als UEFA-Entsandter in der FIFA-Exekutive betonte Platini: "Ein automatisches Anrecht auf einen deutschen Vertreter gibt es nicht." Wenn die Deutschen aber einen starken Kandidaten stellen, werde er gute Chancen haben, gewählt zu werden. Theo Zwanziger, der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes, will bis zur DFB-Präsidiumssitzung am Freitag in Frankfurt/Main entscheiden, ob er als Nachfolger von Beckenbauer kandidiert.
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