Helle Empörung

Klagenfurt: Balotelli erneut Rassismus-Opfer eigener Fans

Fußball
18.11.2010 11:07
Ein Teil der nach Klagenfurt gereisten Fans der "Squadra Azzurra", die am Mittwochabend im EM-Stadion das Freundschaftsspiel Italiens gegen Rumänien verfolgten, hat wieder einmal sein hässlichstes Gesicht gezeigt: Opfer war erneut der dunkelhäutige Stürmerstar Mario Balotelli, der mit diskriminierenden Sprechchören und Gesängen bedacht wurde. Italiens Verbandpräsident Giancarlo Abete ist empört: "Dieses Verhalten muss mit allen Mitteln bekämpft werden!"

Solidarisch mit Balotelli zeigte sich auch Teamchef Cesare Prandelli. "Wir haben alle Balotelli umarmt. Er ist ein italienischer Nationalspieler und verdient Respekt", so der Coach. Im TV-Sender Rai gestand der Lippi-Nachfolger: "Ich bin enttäuscht und wütend. Wir haben über dieses Problem viel geredet und appelliert, und dann passiert das." Der 20-Jährige, der im Sommer von Champions-League-Gewinner Inter Mailand zu Manchester City gewechselt war, stand zum zweiten Mal im Aufgebot des vierfachen Ex-Weltmeister.

Schmährufe an der Tagesordnung
Balotelli reagierte scharf auf die neuerlichen Kundgebungen gegen seine Person. "Italien ist schon längst ein multiethnisches Land, vielleicht haben es einige noch nicht gemerkt. Ich bin Schmährufe gewöhnt, aber nicht wenn ich in der Nationalmannschaft spiele", betonte der gebürtige Ghanaer, der bei Adoptiveltern in der lombardischen Stadt Brescia aufgewachsen ist.

100 italienische, rechtsradikale Anhänger pfiffen den Azzurri-Stürmer, der auch im Dress von Inter mehrfach beschimpft worden war, aus und schmähten ihn. Die italienischen Zuschauer buhten auch den gebürtigen Argentinier Cristian Ledesma während dessen Teamdebüt aus. 41 italienische Fans wurden identifiziert, berichteten italienische Medien. Der Vollständigkeit halber muss dazugesagt werden, dass sich auch die rumänischen Fans nicht gerade vorbildlich verhalten haben und in die Schmährufe der Italiener einstimmten.

Fußball gespielt wurde vor rund 5.000 Zuschauern natürlich auch, wobei beide Tore die Rumänen erzielten. Ciprian Marica (34.) brachte seine Farben vor der Pause in Führung und glich nach dem Wechsel per Eigentor (82.) aus. Der Stürmer hatte einen Kopfball von Fabio Quagliarella ins eigene Netz abgefälscht.

Weitere Informationen zu diesen Match sowie allen übrigen Spielen vom Mittwoch findest du in der Infobox!

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