16.12.2020 14:20 |

Nur 0,8% eingebürgert

Fast Drittel der Wiener ohne rot-weiß-roten Pass

Von 1000 Wienern mit ausländischer Staatsbürgerschaft erhielten 2019 nur acht den österreichischen Pass. Die Einbürgerungsrate liegt damit bei nur 0,8 Prozent. Diese und andere Fakten liefert der Wiener Integrationsmonitor 2020 auf 200 Seiten. Die „Krone“ hat die spannendsten Daten zur Migration in Wien.

Von 1,91 Millionen Wienern haben 47,8 Prozent entweder nicht die österreichische Staatsbürgerschaft, wurden im Ausland geboren oder haben zwei im Ausland geborene Eltern. 30,1 Prozent aller Wiener im wahlfähigen Alter besitzen einen ausländischen Pass und sind somit von Wahlen ausgeschlossen.

Bemerkenswert: „Seit 2002 hat sich das Demokratiedefizit fast verdoppelt“, erklärt Philipp Hammer, Projektleiter des Integrationsmonitors. Wiens neuer Bildungs- und Integrationsstadtrat Christoph Wiederkehr (NEOS) will deshalb Einbürgerungen forcieren, den Service verbessern und mehr Menschen motivieren, Österreicher zu werden. Nur 21 Prozent der EU-Bürger hegen aber überhaupt diesen Wunsch, dafür jeder zweite Drittstaatenangehörige. Die meiste Zuwanderung nach Wien erfolgte 2019 erneut aus den neuen Mitgliedstaaten der EU, mit Rumänien an der Spitze.

In Sachen Bildung will Wiederkehr bei der Sprachförderung im Kindergarten ansetzen. Das Unterstützungspersonal wird von 300 auf 500 aufgestockt. „52 Prozent der Wiener Schüler wachsen mehrsprachig auf. Das ist eine Chance“, heißt es. Der Begriff einer nicht-deutschen Umgangssprache wird damit erstmals positiv besetzt.

Erfreulicherweise hat sich der Bildungserwerb von Jugendlichen mit Migrationshintergrund 2019 an jenen der Österreicher angeglichen. Die Lebensumstände klaffen aber noch weit auseinander.

Zitat Icon

Das heißt, dass von 1000 Menschen, die mit einem ausländischen Pass in Wien leben, nur acht die österreichische Staatsbürgerschaft erhalten.

Philipp Hammer von der MA 17

Wohnen Wiener ohne Migrationshintergrund pro Kopf im Schnitt auf 43 Quadratmetern, leben jene aus Drittstaaten auf 28 Quadratmetern und zahlen dafür deutlich mehr. Migranten, vor allem weibliche, erhalten weniger Lohn. Die Arbeitslosenquoten bei geringer Bildung und Migrationshintergrund sind hoch.

In der Wiener Verwaltung hat übrigens jeder vierte Bedienstete eine ausländische Herkunft, wobei der Gesundheitsverbund mit 34,7 Prozent aufgrund der Pfleger den Schnitt anhebt.

Maida Dedagić, Kronen Zeitung

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