Nur noch peinlich

Spott, Hohn und miese Noten für Bremens Versager

Fußball
08.11.2010 14:14
Aus dem deutschen Cup rausgeflogen, in der Champions League auf dem letzten Platz, in der Bundesliga in elf Partien 27 Tore kassiert - Werder Bremen hat derzeit harte Fußballtage zu verkraften. Das 0:6 am Sonntag in der elften Runde gegen den VfB Stuttgart war die vierte Pleite in Serie und die höchste Auswärtsniederlage seit 14. November 1981, als es gegen Eintracht Frankfurt ein 2:9 setzte. Die rund 2.500 mitgereisten Fans verspotteten die Versager ab dem 0:4 lautstark.

"Wir waren sehr, sehr schlecht, haben agiert wie in einem Trainingsspiel. So wünscht man sich seinen Sparring-Partner im Boxring. Wir haben in keiner Weise Gegenwehr gezeigt. Wir stehen defensiv zu schlecht, verlieren schon vorne zu einfach die Bälle," kritisierte Werder-Trainer Thomas Schaaf seine Schützlinge. In der "Bild" sprach er von einer "Ohrfeige für uns alle" und kündigte an: "Wer es jetzt nicht kapiert, spürt andere Maßnahmen."

Wiese schämt sich
Tim Wiese hatte sich sein Comeback nach Verletzungspause anders vorgestellt. "Wie wir aufgetreten sind, ist peinlich. Ich schäme mich für uns. Jeder andere sollte sich auch schämen. Es fehlt an allen Ecken und Kanten. Es ist immer das gleich Lied. Es fehlt an der Einstellung", so der Torhüter. Dass seine Spieler nicht bereit sind, einander auf dem Rasen zu helfen, ist für Sportchef Klaus Allofs schlicht nicht zu erklären.

Werder zeigte in Stuttgart "mitleiderregenden Fußball, wirkte hilflos und überfordert", schrieb der "Weser Kurier". Auch Allofs wirkt dieser Tage vor allem hilflos. Über Marko Arnautovic, der wie auf der Gegenseite Joker Martin Harnik (ab 66. Minute) wegen seiner späten Einwechslung (64. Minute bei 0:3) vom Fachmagazin "kicker" keine Note erhielt, sagte Allofs: "Er hat noch einen weiten Weg vor sich."

Schlechte Note für Prödl
Keine gute Bewertung (Note 4,5) gab es auch für den durchspielenden Sebastian Prödl, der wieder in der Innenverteidigung aufgeboten worden war. Erwin Hoffer, der ab der 46. Minute beim 1:3 des 1. FC Kaiserlautern in Leverkusen zum Einsatz gekommen war, kassierte einen Fünfer. Sein Klubkollege Clemens Walch war wegen eines Muskelfaserrisses in der Wade nicht dabei.

Ebenfalls ohne "kicker"-Noten blieben David Alaba bei seinen Bayern-Comeback nach Verletzung aber der 81. Minute in Gladbach (3:3) und der Mainz-Legionär Andreas Ivanschitz (ab 66.) beim 0:1 in Freiburg. Christian Fuchs spielte in der FSV-Abwehr durch und vermochte auch keine Bäume (Note 4) auszureißen.

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