Spitäler am Limit

Ein Jahr Warten auf eine Operation der Nase

Am Limit arbeiten in unseren Spitälern Ärzte und Pfleger. Und zwar nicht nur während der Corona-Krise. Auch in Zeiten ohne Lockdown sind viele Stationen stark überlastet. Operationen müssen auf die lange Bank geschoben werden. Für eine Entfernung der Nasenpolypen warten Patienten bis zu einem Jahr.

Bis zu zwölf Monate beträgt bei den Barmherzigen Schwestern in Linz die Wartezeit auf die Entfernung von Nasenpolypen. Nur ein wenig kürzer müssen die Patienten auf diese Behandlung am Klinikum Wels-Grieskirchen warten. Auch bei der Behandlung des grauen Stars ist Geduld gefragt. Am längsten dauert es in Braunau, wo 44 Wochen gewartet werden muss. Am Salzkammergut-Klinikum sind es hingegen vier Wochen.

Schwacher Trost
Ein schwacher Trost für SP-Gesundheitssprecher Peter Binder, der die Zahlen mittels einer schriftlichen Anfrage an Gesundheitsreferentin und LH-Vize Christine Haberlander (VP) hinterfragte. Ergebnis: Bei 38 Eingriffen haben sich die Wartezeiten verlängert, 42-mal sind sie konstant (hoch) geblieben, 24-mal haben sie sich verkürzt.

Hürden in der Ausbildung
Besonders die gestiegenen Wartezeiten bei Nasenpolypen betrachtet Binder mit Sorge: „Gerade jetzt ist es für Menschen mit Atembeschwerden besonders schwer, wenn ständig Maske getragen werden muss. Ich hoffe daher, dass es gelingt, die Wartezeiten zu verringern.“ Wie? „Wir brauchen mehr Gesundheitskräfte. Um hier den Nachwuchs zu sichern, müssen die Hürden in der Ausbildung ausgeräumt werden“, spricht Binder die Problematik der Studiengebühren oder eines unbezahlten Praktikums an.

Zusätzliche Dienstposten
Außerdem sei es notwendig, zusätzliche Dienstposten zu schaffen. „Wenn wir das erreicht haben, dann sinken in normalen Jahren die Wartezeiten auf Operationen. In Krisenjahren wie heuer hätten wir zusätzliche Ressourcen, um tödliche Krankheiten wie das Coronavirus zu bekämpfen.“

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Dienstag, 26. Oktober 2021
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