21.11.2020 15:53 |

Demos mit Traktoren

850 Nerzfarmer protestierten gegen Massenkeulung

Hunderte dänische Nerzfarm-Besitzer sind zum Protest gegen die von der Regierung veranlasste Massenkeulung der Pelztiere mit Traktoren durch Kopenhagen und Aarhus gefahren. Etwa 850 Fahrer hatten sich zu den Demonstrationen angemeldet. Grund: Für die Tötung aller Nerze im Land fehlte zum Zeitpunkt der Bekanntgabe die rechtliche Grundlage.

Die dänische Regierung hatte Anfang November mitgeteilt, dass alle Pelztiere im Land getötet werden sollen, weil das Coronavirus in den Tieren mutiert sei und sich bereits auf den Menschen übertragen habe. Es handelt sich insgesamt um etwa 15 bis 17 Millionen Nerze. Etwa neun Millionen davon wurden bisher gekeult. Begründet wurde der drastische Schritt mit Sorgen vor negativen Auswirkungen dieser veränderten Viren auf die Wirkung möglicher künftiger Corona-Impfstoffe.

Rechtliche Grundlage fehlte
Für die Massenkeulung aller Nerze im Land - also auch denjenigen von Farmen ohne Corona-Fall oder außerhalb der Risikogebiete - fehlte jedoch zum Zeitpunkt der Bekanntgabe die rechtliche Grundlage. Das räumte die dänische Regierung erst mit Verspätung ein, Lebensmittelminister Mogens Jensen gab daraufhin seinen Rücktritt bekannt.

Mittlerweile hat die Regierung für die gesetzliche Absicherung des Schrittes aber eine Parlamentsmehrheit gefunden, die Nerzhaltung soll in Dänemark generell vorläufig bis Ende 2021 verboten werden. Auch Irland überlegt - aus Angst vor Mutationen des Virus -, alle Nerze im Land zu keulen. In Griechenland wurden bereits 2500 Tiere getötet.

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