Angst vor Mutationen

Dänemark: Wegen Corona 1,9 Millionen Nerze getötet

Ausland
08.11.2020 15:29

In Dänemark sind nach dem Auftreten von Nerz-Corona-Varianten bereits 1,9 Millionen der etwa 15 bis 17 Millionen Nerze in Zuchtanlagen getötet worden, teilte die dänische Polizei am Sonntag mit. Um die Ausbreitung der mutierten Erreger in der Bevölkerung einzudämmen, wurden außerdem in sieben norddänischen Kommunen mit insgesamt 280.000 Einwohnern am Wochenende alle Lokale geschlossen.

Großbritannien reagierte auf den Nachweis mutierter, von Nerzen auf den Menschen übertragener Covid-19-Erreger mit Einreiseverboten. Sie gelten für alle Dänen, die keinen ständigen Wohnsitz im Vereinigten Königreich haben. Auch Einreisen von Ausländern über Dänemark sind seit Samstag untersagt, wie der englische Verkehrsminister mitteilte. Wer britischer Staatsbürger ist und aus Dänemark kommt, darf zwar ins Land, muss aber für zwei Wochen in Selbstisolation.

(Bild: Mads Claus Rasmussen/Ritzau Scanpix via AP)

Cluster-5-Virustyp bei zwölf Menschen gefunden
In Dänemark wurden bei Nerzen aufgetretene Varianten des Coronavirus seit Juni bei mindestens 214 Menschen nachgewiesen. Der von den Dänen als besorgniserregend eingestufte Cluster-5-Virustyp wurde bisher bei zwölf Personen gefunden. Ob und wie viele weitere Menschen betroffen sind, sei derzeit noch unklar, sagte Tyra Grove Krause vom dänischen Gesundheitsinstitut SSI. In einer ersten Stellungnahme sah die Weltgesundheitsorganisation WHO keine Hinweise auf erhöhte Risiken bei der Variante.

Dänemark Weltmarktführer bei der Nerzzucht
Rund 200 der 214 bekannt gewordenen Infektionen mit Nerz-Virus-Varianten waren in der Region Nordjütland erfasst worden, wo es besonders viele Nerzfarmen gibt. Dänemark ist bei der Zucht Weltmarktführer. Von Montag an wird in sieben Kommunen dort vorsorglich der öffentliche Nahverkehr eingestellt, ältere Schüler sowie Studenten sollen Fernunterricht erhalten. Zudem schließen Sporthallen, Schwimmbäder und Fitnessstudios.

Faika El-Nagashi (Grüne) (Bild: Faika El-Nagashi)
Faika El-Nagashi (Grüne)

Grüne für Ausstieg aus Pelzproduktion in EU
Wegen des Zusammenhanges zwischen Massentierhaltung und Pandemien hat die Tierschutzsprecherin der Grünen, Faika El-Nagashi (Bild oben), am Sonntag den Ausstieg aus der Pelzproduktion in der gesamten EU gefordert. Sie sei „über den Aspekt der Gesundheitsgefährdung hinaus sehr betroffen von den schrecklichen Bildern aus den Nerzfarmen“, hielt sie in einer Aussendung fest. Sie werden sich „um einen Resolutionsantrag aller Parteien bemühen, der die EU dazu auffordert, die Pelzerzeugung zu verbieten“, kündigte El-Nagashi an.

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