AKW-„Jubiläum“

Nicht noch 40 Jahre Atomgefahr in Temelín

„Ein unsicheres Kraftwerk wird mit den Jahren nicht sicherer, sondern ganz im Gegenteil“, stemmt sich Umweltlandesrat Stefan Kaineder (Grüne) – so wie die ganze Landespolitik – gegen bis zu vier weitere Jahrzehnte Betrieb im AKW Temelín. Die Kombination russischer und westlicher Teile bleibe Hochrisikotechnik.

Kaineder war 15, als der erste Reaktorblock in Temelín in Südböhmen, 60 Kilometer nördlich von Oberösterreichs Grenze, vor 20 Jahren in Betrieb genommen wurde. Der Widerstand begann lange davor: „Seit ich mich erinnern kann, ist das AKW Temelín ein Thema in Oberösterreich“, sagt er. Seit es läuft, bereiten vor allem „unzählige Zwischen- und Störfälle“ Sorgen: „Ausgetretenes Kühlwasser, Pannen an Pumpen, Probleme an den Turbinen und vieles mehr.“

Kaineder wird 75 sein, wenn Temelín in 40 Jahren endlich außer Betrieb gehen soll. Denn Betreiber CEZ plant mit dem Staat Tschechien im Rücken eine Gesamtlaufzeit von 60 Jahren: Sechs Jahrzehnte atomare Bedrohung! Kaineders Fazit: „Abschaltung ist die einzige Sicherheit!“

Gefährliche Technik
Oberösterreichs Anti-Atom-Beauftragter DI Dalibor Strasky beurteilt die aktuelle Lage so: „Mit den Turbinen gibt es aufgrund ihrer extrem hohen Laufleistung bis heute immer wieder Probleme. Und nach wie vor muss das Niveau der Sicherheitskultur kritisiert werden, das besonders durch den Skandal von gefälschten Reparaturprotokollen für Schweißnähte ans Licht kam“, erinnert er uns.

Werner Pöchinger
Werner Pöchinger
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Dienstag, 24. November 2020
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