04.11.2020 06:00 |

Terror in Wien

Tausend Dank für euren Heldenmut!

Neun Minuten, so lange dauerte es vom ersten Schuss, der die Terrornacht eröffnete, bis zu jenem, der sie beendete. Es waren Polizisten, die uns unter Einsatz ihres Lebens beschützten.

Diese Männer (Frauen sind also keine dabei?)leisten lediglich ihre Arbeit. Sie sind keine Heldinnen. Das schrieb die Frauensprecherin der Sozialistischen Jugend Krems (Niederösterreich) am Montagabend auf Twitter - vermutlich bequem vom Sofa aus. Zu einer Zeit, in der bis zu 1000 Polizisten unter Einsatz ihres Lebens auf den Straßen der Wiener Innenstadt gegen jenen Feind kämpfen, der die kleinen Gassen in einen Kriegsschauplatz verwandelt hatte.

Terror in der City, Kalaschnikow-Schüsse, Tote, Blutüberströmte, Panik. Während Passanten vom Attentäter wegliefen, liefen sie zu ihm: mutige Polizistinnen und Polizisten. Von der WEGA, der Cobra, vom Streifendienst. Menschen in Uniform, die verwundete Körper in ihren Blutlachen sahen und nicht die Flucht ergriffen.

Verhindert, dass eine grauenhafte Nacht noch blutiger wurde
Von wegen, diese Frauen und Männer sind keine Helden - noch mehr Heldenmut geht nicht. Als Kujtim F. begann, auf Menschen zu schießen, angetrieben von unverständlichem Hass, rasten die Beamten sofort mit Blaulicht in die City. Neun Minuten, mehr hatte der Attentäter nicht. Dann erschossen ihn zwei Spezialkräfte der Alarmabteilung bei der Ruprechtskirche.

Neun Minuten, die sich für alle in der Innenstadt angefühlt haben müssen wie eine Ewigkeit, die aber zeigen, wie konsequent die Exekutive den Terroristen bekämpfte. Sie alle haben verhindert, dass eine grauenhafte Nacht noch blutiger wurde. Und dafür gilt ihnen unser aller Dank!

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In der Wohnung des Wiener Attentäters wurde Munition sichergestellt. Bei 18 Hausdurchsuchungen gab es 14 vorübergehende Festnahmen.

Franz Ruf, Generaldirektor für öffentliche Sicherheit

„Lebensfreude nicht durch Gewalt zerstören“
Am Tag danach honorierte auch ein sichtlich betroffener Innenminister nochmals die heldenhaften Beamten, die „für die Wiener Bürger ihr Leben riskierten“. Der vom Attentäter bei einem Feuergefecht auf dem Schwedenplatz getroffene 28-jährige Polizist (Oberschenkeldurchschuss) sei nach einer gelungenen Notoperation im Spital immerhin in stabilem Zustand.

Karl Nehammer betonte mit fester Stimme: „Kein Terroranschlag wird es schaffen, dass unsere Gesellschaft zerstört oder gespalten wird.“ Die Wiener Innenstadt wirke derzeit zwar freudlos – aber das werde nicht andauern. „Wir lassen uns die Toleranz und die gemeinsame Lebensfreude nicht durch Gewalt zerstören“, so der Innenminister weiter.

Michael Pommer und Christoph Budin, Kronen Zeitung

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