27.10.2020 09:50 |

Heimaturlaub gefragt

Ganze Wellnessregion trotz Krise zuversichtlich

Ein neuer digitaler Gästeservice, viel beachteter Schauplatz des Energie-Kongresses „Mission Innovation Austria Week“ und ein Nächtigungszuwachs von knapp zehn Prozent – die Entwicklung der Tourismusregion und Wellnessdestination Stegersbach konnte sich in den letzten Jahren sehen lassen. 2019 hat der Thermenort mit 250.000 Nächtigungen einen Rekord verbucht. Covid-19 änderte schlagartig alles. Die Zuversicht bleibt, wie Obmann Richard Senninger bestätigt.

Wie ist die aktuelle Lage in der Golf- und Thermenregion Stegersbach? Wie hoch sind bisher die Einbußen durch die Corona-Krise?

2020 hat mit unserem neuen Werbepartner Armin Assinger ebenso gut begonnen wie das Rekordjahr 2019 zu Ende gegangen war. Ab der Zeit des Lockdowns, in der alle Betriebe schließen mussten, hat unsere Region rund 60.000 Gästenächtigungen verloren.

Welche Herausforderungen gab es zu bewältigen?

Nach der anfänglichen Schockstarre und der großen Ungewissheit bei allen Leistungsträgern im Tourismus aufgrund von Totalausfällen an Einkünften, Kurzarbeit und hohen Verwaltungsaufwänden nutzten die meisten Betriebe die Zeit für vorgezogene Investitionen, wichtige Revitalisierungsarbeiten, Instandhaltungen und Revisionen. Dafür kurzfristig Dienstleister und Produktionsfirmen zu finden und zu beschäftigen war einer der größten Herausforderungen.

Wie ist die Buchungslage für die nächsten Wochen?

Seit der Wiedereröffnung aller Beherbergungsbetriebe im Juli kann man von einer Vollauslastung sprechen. Auch die kleinen privaten Gastgeber dürfen sich über eine hervorragende Auslastung freuen. Für die nächsten Wochen und Monate sind wir optimistisch, trotz aller Hürden der Corona-Krise die Zahlen des vergangenen Jahres annähernd zu erreichen. Sollte sich das bestätigen, wird der Rückgang der Auslastungen in der Region bei 20 Prozent liegen. Im Vergleich zu Städten, bei denen der Rückgang teilweise bis zu 90 Prozent beträgt, darf man in Anbetracht der Umstände zufrieden sein.

Woher kommen die Gäste?

Die Mehrheit ist seit jeher aus Österreich. Viele neue einheimische Urlauber haben in der Krise den verloren gegangenen Anteil an Gästen aus anderen Herkunftsländern gut kompensiert.

Was hat sich durch Corona generell verändert?

Der Heimaturlaub boomt wie schon lange nicht mehr. Weggefallen sind Gruppen- oder Seminargäste. Im privaten Bereich setzen wir seit drei Jahren auf die Zielgruppe der Wanderer und Radfahrer. Diese konnten wir heuer mit unserer herrlichen Bewegungs- und Freizeitregion besonders begeistern.

Welche Schwerpunkte setzen Sie jetzt in der touristischen Arbeit?

Wir wollen ein Gleichgewicht zwischen hoher Qualität und Vielseitigkeit schaffen. Hauptaugenmerk liegt auf sozialer Fairness im Tourismus sowie der Verantwortung für Natur und Umwelt. Diese Schwerpunkte werden den Trend für die nahe Zukunft wohl deutlich mitprägen.

Interview: Karl Grammer, Kronen Zeitung

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