Weil von einem alten Gebäude Teile herunterfallen, wird jetzt im Burgenland Alarm geschlagen. Dabei sollte die „Bruchbude“ eigentlich abgerissen sein.
Am Ortsrand von Nikitsch steht ein rund 100 Jahre altes Zollhaus, das schon bessere Tage gesehen hat. Der Verputz blättert ab, die Fenster fehlen und vom Dach ist nur noch die Holzkonstruktion übrig. Der desolate Bau bereitet der Gemeinde einiges an Kopfzerbrechen. Mitte April gab es einen Feuerwehreinsatz mit Drehleiter, weil sich Dachlatten und Bleche zu lösen drohten. Diese Woche stürzten Holzteile und Mauerstücke auf die Straße.
Straße gesperrt
Bürgermeister Christian Balogh (SPÖ) hat deswegen umgehend die Straße für Autos und Fußgänger sperren lassen. „Das ist das einzige, was ich tun kann“, meint er. Er verweist darauf, dass 2014 ein Abbruchbescheid erstellt worden sei und sieht die Behörde am Zug. Auch Gemeinderat Vinzenz Fleischhacker (FGM) – er brachte die Sache jetzt an die Öffentlichkeit – schlägt Alarm: „Ich erwarte und verlange eine sofortige Vollstreckung des Abbruchbescheides, da es sich um Gefahr im Verzug handelt. Wer haftet, wenn etwas passiert?“
Wohnungen statt Ruine
Der Abbruchbescheid war schon an den Vorbesitzer ergangen. Vor Corona wurde das Gebäude verkauft. Der jetzige Besitzer – angeblich ein Schweizer – plante offenbar, die Ruine herzurichten. Im Internet findet sich eine Immobilienanzeige, in der das Zollhaus als „Villa Anna“ mit Eigentumswohnungen beworben wird. Der Bau soll „komplett entkernt und generalsaniert“ werden, heißt es dort.
Bauvorhaben verzögerte sich
Bezirkshauptmann Klaus Trummer bestätigt, dass der jetzige Besitzer eine Baubewilligung hatte, die ist aber inzwischen erloschen. Man habe den neuen Eigentümer immer wieder daran erinnert, dass es einen Abbruchbescheid gebe, sagt Trummer. Dieser habe im Gegenzug stets um mehr Zeit gebeten. Zuerst sei es wegen Corona gewesen, dann wegen der fehlenden Finanzierung und anderen Gründen. Der Mailverkehr ging bis Herbst 2024.
Besitzer muss jetzt schnell handeln
Zudem sei der Behörde nicht bekannt, dass sich schon früher Teile gelöst hätten, sonst hätte man bereits reagiert, erklärt Trummer. Am Dienstag sei man über die heruntergefallenen Teile informiert worden und habe sofort gehandelt. Mehrere Firmen wurden zwecks Abriss kontaktiert. Gleichzeitig soll der Eigentümer jetzt eine sehr kurze Frist erhalten, um jene Teile, von denen eine Gefahr ausgeht, zu entfernen.
Wer zahlt die Kosten?
Für Trummer sind das vor allem Dachstuhl und Rauchfänge. Passiert dies nicht, will die Behörde eine Firma beauftragen und die Kosten dem Besitzer in Rechnung stellen. Ob dieser sie auch begleichen kann, steht auf einem anderen Blatt. Die Haftung, falls etwas passiert, liege beim Besitzer, so der Bezirkshauptmann.
Laut Balogh gibt es inzwischen keinen Kontakt mehr mit dem Eigentümer.
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