13.10.2020 14:50 |

Bundesländer besorgt

Grippeimpfstoff in weiten Teilen Österreichs knapp

Um die Krankenhäuser und Intensivstationen in den vor uns liegenden Wintermonaten zu schonen und Kapazitäten für Covid-19-Patienten freizuhalten, raten Mediziner heuer dringend zur Grippeimpfung. Das Problem: In weiten Teilen des Landes ist der Impfstoff knapp. In Klagenfurt waren die verfügbaren Dosen nach nur einem Tag vergriffen und auch in St. Pölten herrscht Impfstoffmangel. Nun sucht man dringend Nachschub.

Die 2800 Dosen, die das Klagenfurter Gesundheitsamt vorrätig hatte, waren nach einem Tag mit Hunderten Anrufen und einem vorübergehend überlasteten Online-Anmeldesystem sofort vergriffen, teilte die Stadtpresse mit. Dabei habe man nach Ausbruch der Pandemie noch versucht, das übliche Kontingent aufzustocken - ohne Erfolg.

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Österreichweit herrscht bereits ein starker Engpass an Grippeimpfstoffen, es besteht akuter Handlungsbedarf.

Franz Petritz, Gesundheits-Stadtrat Klagenfurt

Trotz großer Nachfrage vom Ansturm überrascht
Wegen Covid-19 rechnete man mit höherer Nachfrage, von dem Ansturm war man trotzdem überrascht. Bürgermeisterin Maria-Luise Mathiaschitz und Gesundheits-Stadtrat Franz Petritz (beide SPÖ) appellierten an die Bundesregierung, „das Impfstoffkontingent dringend aufzustocken und gerecht zu verteilen“. Man sieht Wien bei der Zuteilung von Impfdosen bevorzugt. Petritz: „Österreichweit herrscht bereits ein starker Engpass an Grippeimpfstoffen, es besteht akuter Handlungsbedarf.“

Impfstoff reichte auch in St. Pölten nur einen Tag
In St. Pölten kämpft man mit einer ganz ähnlichen Situation. Auch dort reichte der vorhandene Impfstoff nur für einen Tag: Nach dem Start der Grippeimpfungen am Montag standen schon am Dienstag keine Reserven mehr zur Verfügung, hieß es aus dem Rathaus. Bei den Impfaktionen im Rathaus werde daher vorerst nur noch die Pneumokokkenimpfung angeboten, hier habe man „noch ausreichend Reserven und aus heutiger Sicht auch keine Lieferschwierigkeiten“.

175.000 Impfdosen für Niederösterreich
In Niederösterreich arbeitet man nun fieberhaft daran, mehr Grippeimpfstoff aufzutreiben. Menschen mit einem erhöhten Risiko sollen dabei durch ein spezielles Programm besser geschützt werden. Zunächst sollen etwa 175.000 Impfdosen für die Niederösterreicher zusätzlich zur Verfügung stehen, betonten die Landesräte Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ) und Martin Eichtinger (ÖVP).

Lieferung mit 80.000 Dosen Mitte Dezember
Ab Mitte Dezember sei mit einer weiteren Lieferung - 80.000 Dosen - durch die Bundesbeschaffungs-GmbH an die niedergelassenen Ärzte zu rechnen. Außerdem unterstütze das Land zwei Aktionen des Gesundheitsministeriums: eine Impfaktion für Kinder, für die 56.400 Dosen Grippeimpfstoff zur Verfügung stünden und eine Impfaktion in Niederösterreichs Pflegeheimen, für die 7000 Dosen vorgesehen seien.

Wien bestellte im April Hunderttausende Dosen
Keine Engpässe gibt es bisher in Wien. Die Stadt hatte schon im April über die Bundesbeschaffungsgesellschaft große Mengen an Influenza-Impfstoffen eingekauft und kostenlose Impfungen angekündigt. 320.000 Dosen konnten neu besorgt werden, dazu kommen noch bestehende Vorräte aus dem Vorjahr. Rund 400.000 Dosen standen damit zu Herbstbeginn zur Verfügung - etwa doppelt so viele, wie für die vergangene Grippesaison in Wien verbraucht wurden.

In den Bundesländern - neben Kärnten und Niederösterreich fehlt es auch in der Steiermark, Salzburg, Oberösterreich, Tirol und dem Burgenland an Impfstoff - kreidete man bereits vor Wochen an, dass der Großeinkauf der Stadt Wien anderswo zu Impfstoff-Versorgungsproblemen führen könnte. Damals zeigte man sich allerdings zuversichtlich, in den kommenden Wochen noch genug Impfstoff auftreiben zu können. Die Zeit ist auf Seite der Landesbehörden: Der Grippe-Höhepunkt ist meist im Jänner und Februar.

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