09.10.2020 18:11 |

Im Landhaushof

Zapfenstreich mit Bundespräsident Van der Bellen

Seit Tagen wird in Kärnten ein wichtiges Ereignis gefeiert: das 100-Jahr-Jubiläum der Kärntner Volksabstimmung. Heute, Freitag, wird der Zapfenstreich im Landhaushof in Klagenfurt begangen. Auch Bundespräsident Alexander Van der Bellen nimmt teil.

Unter strengen Corona-Regeln findet in diesen Minuten der Zapfenstreich im Landhaushof statt. Nur akkreditierte Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Militär und Medien dürfen - mit Mund-Nasen-Schutz - teilnehmen. Zu Beginn sang das zweisprachige Quintett Oisternig, anschließend spielte die Militärmusik die österreichische Hymne. 

In seiner Rede erinnert Landtagspräsident Reinhart Rohr daran, wie es vor 100 Jahren überhaupt zur Volksabstimmung gekommen ist. Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges stellte der SHS-Staat Gebietsansprüche auf die zweisprachigen Gebiete Kärntens. Bei Friedensverhandlungen in Paris wurde entschieden, dass die Bevölkerung selbst entscheiden sollte, zu welchem Staat es gehört. Das Resultat war ein klares „Ja“ beim Plebiszit am 10. Oktober 1920 - auch dank den Stimmen von Tausenden slowenischsprachigen Kärntnerinnen und Kärntnern. Rohr: „Wir müssen erkennen, dass genug Platz ist für mehr Sprache, mehr Kultur, mehr Entwicklung, mehr Solidarität für unser Europa.“

Erinnerung an den Kärntner Abwehrkampf
Klagenfurts Bürgermeisterin Maria-Luise Mathiaschitz: „Wir erinnern uns an den Kärntner Abwehrkampf, der auf beiden Seiten vielen Frauen und Männern das Leben gekostet hat. Wir erinnern uns auch an die Volksabstimmung.“ Dank dieser demokratischen Abstimmung würden wir noch heute in einem freien und ungeteilten Kärnten leben.

Begrüßung auf Deutsch und Slowenisch
Auf Deutsch und Slowenisch begrüßt Landeshauptmann Peter Kaiser die Gäste zu Beginn seines Vortrages. „Vor 100 Jahren standen sich Kärntner und Kärntner gegenüber, nur wegen der Sprache - so etwas wollen wir heute nicht mehr haben“, betont Kaiser. Das Besondere an diesem, heurigen 10. Oktober ist für ihn die Tatsache, dass die Kärntnerinnen und Kärntner vor 100 Jahren die Möglichkeit hatten, demokratisch über den Verbleib abzustimmen.

 Kärntner Krone
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Montag, 26. Oktober 2020
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