04.10.2020 06:00 |

James Bond, Sisi & Co.

„Krone“-Wissenstest: Geschichten hinter den Fragen

Der „Krone“-Wissenstest hat den Kandidaten der Wien-Wahl einiges abverlangt. Hinter den Antworten verbergen sich spannende Begebenheiten aus der Stadthistorie: Einige besonders interessante Geschichten haben wir aufgelistet - von Elisabeth Plainacher über Kaiserin Sisi bis zu Superagent James Bond.

James Bond zu Gast in der Donaumetropole
Als der Kult-Agent in Wien im Einsatz war

Timothy Dalton übernahm 1986 die Rolle des James Bond. Sein erster Einsatz als Geheimagent führte ihn nach Wien - unter anderem zum Riesenrad. Unterstützung für die Dreharbeiten zu „Der Hauch des Todes“ gab es vom damaligen Bürgermeister Helmut Zilk. Sollte es notwendig sein, könne das Team „auch die U-Bahn in die Luft sprengen“, meinte der spätere „Krone“-Ombudsman damals mit einem Augenzwinkern.

Gelübde während der Pest mit Folgen
Im 18. Jahrhundert wurde die Karlskirche nach einem kaiserlichen Versprechen erbaut.

Als in Wien die letzte große Pestepidemie wütete, legte Kaiser Karl VI. am 22. Oktober 1713 im Stephansdom ein feierliches Gelübde ab. Sobald die fürchterliche Seuche erloschen sei, werde der Monarch eine Kirche errichten lassen. Ein Versprechen, das helfen sollte, die Pest mit dem Bitten um Gottes Hilfe zu beenden.

Ein Jahr später war es so weit, die Pest war besiegt und der Kaiser schrieb für den Bau des Gotteshauses einen Architektenwettbewerb aus. Johann Bernhard Fischer von Erlach setzte sich unter anderen gegen Ferdinando Galli-Bibiena und Johann Lukas von Hildebrandt durch. Er gestaltete die Kirche als Verbindung zwischen Rom und Byzanz (Istanbul). So lehnt sie sich an das Erscheinungsbild der Hagia Sophia an und imitiert die Trajanssäule. Am 4. Februar 1716 erfolgte die Grundsteinlegung. Als Bauplatz wurde eine Anhöhe auf einem Hügel des damals kaum regulierten Wienflusses gewählt. 1723 war die Karlskirche fertiggestellt. Geweiht wurde das prunkvolle Gotteshaus Karl Borromäus, dem Namenspatron des Kaisers, der als Pestheiliger gilt.

Während der Corona-Pandemie leuchteten übrigens immer wieder Kerzen bei der Pestsäule am Graben. Vielleicht hat auch der eine oder andere Spender ein Gelübde abgelegt.

Geheimnis der Dom-Dreiecke
Die großen Dreiecke auf dem Dach des Stephansdoms sind nicht bloß eine Verzierung. Die Konstruktion erfüllt einen bestimmten Zweck: „Der Dachstuhl ist eine 600 Tonnen schwere Stahlkonstruktion, die Dreiecke dienen zur Stabilisierung“, sagt der Dombaumeister Wolfgang Zehetner.

Attentat auf eine Kaiserin
„Aber was ist denn mit mir geschehen?“: Die letzten Worte von Kaiserin Elisabeth (Sisi)

Tragisch verlief in vielfacher Hinsicht nicht nur das Leben von Elisabeth, sondern auch ihre letzten Stunden. Am 10. September 1898 befand sich die Kaiserin in Genf. Am Vortag war sie nach einem Kuraufenthalt im deutschen Bad Nauheim in der Stadt eingetroffen.

Sisi ging am Nachmittag zur Seepromenade, um zum Raddampfer Genève zu gelangen, mit dem sie in den Kurort Caux weiterreisen wollte. Als die Kaiserin in Begleitung ihrer Hofdame dort entlangschritt, stürzte sich der italienische Anarchist Luigi Lucheni auf sie und stieß ihr eine spitze Feile ins Herz. Der Einstich war so klein, dass sie ihn nicht bemerkte und dachte, nur einen Faustschlag erhalten zu haben.

Der Angreifer wurde von Passanten rasch überwältigt. Sisi bedankte sich bei den Helfern und ging mit ihrer Hofdame aufs Schiff. Kurz nach dem Ablegen brach sie endgültig zusammen. Zuvor sprach sie angeblich die letzten Worte. Obwohl der Dampfer sofort zur Anlegestelle zurückkehrte, blieben letztlich alle Wiederbelebungsversuche erfolglos. Österreichs Kaiserin war tot.

Im Nachhinein stellte sich heraus, dass Sisi zufällig Opfer des Attentäters wurde. Lucheni wollte ursprünglich Henri Philippe Marie d’Orléans ermorden. Da dieser seine Reisepläne änderte, wählte der Anarchist die Kaiserin als Opfer aus.

Verbrennung als Hexe auf dem Scheiterhaufen
Die Geschichte von Elisabeth Plainacher

Die Hexenverfolgung zählt zu den dunkelsten Kapiteln der Menschheitsgeschichte. Über Jahrhunderte hinweg wurden meist Frauen, seltener auch Männer, der Zauberei verdächtigt bzw. mit dem Teufel im Bunde zu stehen. Ähnliches passierte Elisabeth (Elsa) Plainacher, die um 1513 nahe Melk geboren wurde. Wegen ihres Enkelkindes geriet sie mit ihrem trunksüchtigen und gewalttätigen Schwiegersohn in Konflikt. Hinzu kam, dass sie es - im katholischen Österreich - wagte, zum Protestantismus überzutreten.

Die Anschwärzungen des Schwiegersohns blieben daher nicht ohne Folgen. Nach einer Hetzpredigt des Jesuiten Georg Scherer im Stephansdom kochte die Volksseele so richtig hoch. Daraufhin wurde die rund 70-jährige Frau brutal gefoltert und ein Geständnis von ihr erpresst. Am 27. September 1583 wurde Plainacher auf der Gänseweyd (heute Kegelgasse) auf einem Scheiterhaufen verbrannt. An das Opfer der Hexenverfolgung erinnert heute die Elsa-Plainacher-Gasse in der Donaustadt.

Kronen Zeitung

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