21.09.2020 14:11 |

Nach „Krone“-Bericht

Tanner bestätigt Kauf von 18 Leonardo-Helikoptern

Was die „Krone“ am Wochenende berichtet hatte, wurde nun offiziell verkündet: Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) bestätigte am Montag die Entscheidung, 18 neue Hubschrauber vom Typ AW169M des italienischen Herstellers Leonardo zu kaufen. Sie folge damit der „klaren und einzigen“ Empfehlung des Generalstabs, sagte Tanner in einer Pressekonferenz.

Generalstabschef Robert Brieger betonte, dass man verschiedene Angebote „wertfrei“ geprüft habe. Tanner machte aber kein Geheimnis daraus, dass sie aufgrund der laufenden Gerichtsverfahren mit dem Eurofighter-Hersteller und Heli-Anbieter Airbus „froh“ sei, dass der Generalstab die italienischen Leonardo empfahl.

Die Beschaffung kostet rund 300 Millionen Euro. Die neuen Helikopter sollen die Alouette III, die aus technischen Gründen Ende 2023 ausgeschieden werden müssen, ab Mitte 2022 ersetzen.

„Gott sei Dank endlich eine Entscheidung“
Der „Krone“-Bericht löste bereits am Sonntag bei den Parteien mehr Erleichterung als Kritik aus. „Gott sei Dank gibt es endlich eine Entscheidung“, sagte NEOS-Wehrsprecher Douglas Hoyos. Auch sein Kollege von den Grünen, David Stögmüller, begrüßte die Beschaffung der Hubschrauber als einen „weiteren wichtigen Schritt, um das Bundesheer für die Katastrophenhilfe optimal auszustatten“. Am Montag bezeichnete auch SPÖ-Wehrsprecher Robert Laimer die Entscheidung für richtig. Denn die Helikopter, die auch für Rettungseinsätze geeignet sind, werden dringend benötigt.

Allerdings vermissten SPÖ und NEOS Transparenz bei der Entscheidung. „Leider hat man sich mit dem Airbus-Streit im Vorfeld selbst um eine Alternative gebracht, jetzt ist die Entscheidung auf den teuersten Typ gefallen. Tanner muss transparent machen, auf welchen Kriterien die Entscheidung beruht und wie es dazu gekommen ist“, so Hoyoa am Montag in einer Aussendung. In dieselbe Kerbe schlägt Laimer: Tanner habe dem Parlament weder in öffentlicher noch in vertraulicher Sitzung die grundlegenden Daten der verschiedenen Angebote dargelegt: „Dieser Verpflichtung muss die Ministerin noch nachkommen.“

FPÖ: Kunasek verhandelte Geld heraus, mit dem Tanner nun einkaufen geht
Die FPÖ heftet sich das Budget für die Entscheidung auf die eigenen Fahnen: FPÖ-Chef Norbert Hofer betonte in einer Aussendung, dass der damalige blaue Verteidigungsminister Mario Kunsek das Geld herausverhandelt habe, mit dem Tanner nun einkaufen gehe: „Türkis-Grün setzt mit der Hubschrauber-Beschaffung freiheitliche Verteidigungspolitik um.“

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