25.08.2020 06:40 |

Bergrettung rät

Mit Hilfe von Alpinprofis Unfallzahlen senken

Abermals mussten die Bergrettungen am Wochenende zu Großeinsätzen ausrücken, bei denen Alpinisten feststeckten und unverletzt geborgen wurden. Alpinexperten suchen nun nach Maßnahmen, wie man der kontinuierlichen Steigerung solcher Zwischenfälle begegnen könnte, hinter denen oft Selbstüberschätzung steht.

Weil ein deutsches Magazin den Steig als „familientauglich“ eingestuft hat, wagte sich eine deutsche Bergsteigergruppe – wie berichtet – am Samstag bei Schlechtwetter von Jerzens in Richtung Wildgrat (2971 m). Ergebnis: Eine 61-Jährige kam aufgrund von Erschöpfung nicht mehr weiter. Die BR Jerzens und der Notarzthubschrauber Martin 2 barg das Quartett.

Wetterbedingt ohne Heli auskommen musste am selben Tag die BR Innsbruck. Vier junge Klettersteiggeher aus Deutschland und Holland kamen während eines Gewitters im Notabstieg des Innsbrucker Klettersteigs nicht mehr vor und zurück. Bekleidet waren sie lediglich mit kurzen Hosen und kurzen Leibchen.

Kosten-Nutzen-Rechnung
Die Bergrettung kann sich vor solch unnötigen Einsätzen fast nicht mehr wehren. Landesleiter Hermann Spiegl sieht einen Ansatz, diesen Zwischenfällen wirksam zu begegnen: „Touristen, die nur selten in die Berge gehen, sollen sich einen Berg- oder Wanderführer leisten. Jenen, die regelmäßig Touren unternehmen, raten wir, sich alpinen Vereinen zur Ausbildung anzuschließen.“ Sie würden sich Kosten sparen, denn viele verfügen laut Spiegl immer noch nicht über eine Bergekostenversicherung. Dazu zählt auch jener Deutsche (36), der vor einer Woche nach tagelanger Suche nur noch tot in den Mieminger Bergen gefunden wurde.

Haarsträubende Unkenntnis in Ausrüstungsfragen bewiesen zwei Deutsche am Sonntag in Fulpmes. Eine 33-Jährige rutschte in der Schlick mit Klettersteigset (!) den Flying Fox hinab, krachte gegen das Ende und wurde erheblich verletzt.

Auch am Sonntag überlebte ein Tscheche (62) in Going einen 45-m-Absturz über senkrechtes Gelände schwer verletzt. Er war gestolpert.

Peter Freiberger
Peter Freiberger
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