13.08.2020 20:25 |

Trump hat vermittelt

Israel und Emirate normalisieren ihre Beziehungen

Unter Vermittlung der USA haben Israel und die Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) nach den Worten von US-Präsident Donald Trump eine „historischen Friedensvereinbarung“ geschlossen. Konkret geht es um die Normalisierung der diplomatischen Beziehungen zwischen den beiden Staaten. Das geht aus einer gemeinsamen Erklärung hervor, die am Donnerstag veröffentlicht wurde.

Die Vereinbarung sei in einem Telefonat zwischen Präsident Trump, Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu und VAE-Konprinz Scheich Mohammed Bin Zayed zustande gekommen, hieß es aus dem Weißen Haus. Trump sprach von einem „riesigen Durchbruch“. Netanyahu würdigte einen „historischen Tag“. Abu Dhabi sprach von einem „Gewinn“ für die Diplomatie und den gesamten Nahen Osten. In der Vereinbarung verpflichtet sich die israelische Regierung, ihre Annexionspläne im Westjordanland auszusetzen.

Folgen andere arabische Staaten den Emiraten?
Trump nannte die Aufnahme diplomatischer Beziehungen einen wichtigen Schritt auf dem Weg zu mehr Sicherheit, Wohlstand und Frieden im Nahen Osten. „Jetzt, wo das Eis gebrochen ist“, hoffe er, dass weitere arabische und mehrheitlich muslimische Staaten bald dem Beispiel der Emirate folgen würden, erklärte Trump am Donnerstag im Weißen Haus. Er dankte den Ländern für ihren „Mut und ihre Führungskraft“. Das Abkommen solle nach „Abraham“ benannt werden, da dieser für die Verbindung der Weltreligionen stehe. Die Verhandlungen hätten zuletzt in guter Atmosphäre stattgefunden, sagte Trump. „Es fühlte sich an, wie verliebt sein“, so der 45. Präsident der USA.

Trump auf der Suche nach außenpolitischen Erfolgen
Vermittelt haben das Abkommen Spitzenberater Trumps, darunter sei Schwiegersohn Jared Kushner, hieß es in israelischen Medien. Delegationen aus Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten wollten in den kommenden Wochen Vereinbarungen über Themen wie Sicherheit, Investitionen, Tourismus, direkte Flugverbindungen, Technologie und eine Einrichtung von Botschaften unterzeichnen, heißt es in der gemeinsamen Erklärung. Eine Unterzeichnungszeremonie solle in den kommenden Wochen im Weißen Haus stattfinden und dürfte dann in den Wahlkampf zu den US-Präsidentschaftswahlen fallen. Trump sucht für eine Wiederwahl nach außenpolitischen Erfolgen. In der US-Regierung hieß es, dass die „Abraham Abkommen“ genannte Übereinkunft die erste umfassende neue Anerkennung Israels in der arabischen Welt seit dem Friedensvertrag zwischen dem jüdischen Staat und dem Nachbarland Jordanien 1994 sei.

Politische Kommentatoren in Israel sahen das Abkommen nüchterner und redeten nur von einem Vertrag zur „Normalisierung der Beziehungen“. Israel hat Friedensverträge mit Ägypten und Jordanien unterzeichnet, aber von einer Normalisierung der Beziehungen sind diese Länder noch weit entfernt. Zwischen Israel und den Emiraten haben sich die Beziehungen schon seit Jahren verbessert. Netanyahu besuchte die Emirate und es bestehen „Interessenbüros“ in beiden Ländern. Hintergrund des Abkommens könnte auch der wachsende Einfluss des Iran in der Region sein. Die Mullahs werden von zahlreichen sunnitisch dominierten Staaten als größere Bedrohung gesehen.

 krone.at
krone.at
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Ihre Cookies sind deaktiviert. Die Seite wird daher möglicherweise nicht korrekt angezeigt.