Masten-Streit:

Gigant reißt trotz offenem Verfahren alles nieder

Na bumm! In einem Strommasten-Streit in Kematen an der Krems fuhr gestern die zum Verbund gehörige Austrian Power Grid (APG) harte Bandagen auf. Obwohl die Grundeigentümer ihre Unterschrift verweigerten und ein offenen Verfahren anhängig ist, ließ das Unternehmen die Bagger auffahren.

Vor rund drei Jahren hatte die APG zu Infoveranstaltungen in Kematen an der Krems geladen, um die Menschen über die Erneuerung der Stromleitung von Ernsthofen nach St. Peter zu unterrichten und es ihnen schmackhaft zu machen, für 35.000 Euro pro Strommasten, diese austauschen zu können. Während sich viele in der Umgebung das leicht verdiente Geld nicht entgehen lassen wollten, verweigerte Landwirt Kurt Prammer die Unterschrift und stellte zudem einen Zaun um sein Grundstück auf. Was nicht weiter schlimm war, nachdem die APG lediglich über ein Servitut (Gehrecht) aus dem Jahr 1941 verfügt.

Abbau per Hubschrauber
Anfang Juni wurde dann der alte Strommasten per Hubschrauber abgebaut. So weit, so gut. Doch am Montag traute Prammer seinen Augen kaum, als die APG plötzlich ankam und einen Zaun um den Grund aufstellte. Gestern fuhr man dann mit einem Bagger auf, der großflächig damit begann, das bestehende Fundament abzutragen. Und das, obwohl ein offenes Verfahren anhängig ist, und damit mögliche Beweise sprichwörtlich dem Erdboden gleich gemacht wurden.

Ohne Rücksicht
Zudem wurde ohne Rücksicht auf Verluste rund 1000 Quadratmeter Saat zerstört. Die daraufhin gerufene Polizei winkte ab, man wäre nicht zuständig. Prammers Rechtsanwalt Edmund Pointinger: „Ich bereite gerade gerade einige Klagen vor. Und eine Beschwerde gegen die Polizisten, nachdem die Sachbeschädigung klar ersichtlich war.“

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Dienstag, 22. September 2020
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