10.07.2020 06:00 |

Rot-grüner Streit

Gratis-Öffis in Wien: Da kann jemand nicht rechnen

Dass sich zwei Parteien nicht einigen können, ist keine Seltenheit - dass sie bei der Berechnung der gleichen Sache so weit auseinander liegen, schon eher. Die Wiener Grünen fordern Gratis-Öffis für ein Jahr - Kosten aus ihrer Sicht: 400 Millionen Euro. Die SPÖ wiederum geht in ihrer Kalkulation von einer Milliarde aus.

Dass es in der Politik mit Nullen hapern kann, haben wir schon lernen müssen. Und auch in diesem rot-grünen Öffi-Streit gibt es eine Differenz von 600 Millionen Euro. Fix ist: Einer von beiden kann nicht rechnen. Darum geht’s:

  • Die Wiener Grünen wollen ein Jahr lang Gratis-Öffis für alle Wiener. Selbst Birgit Hebeins linke Schoßhund-Medien schreiben von einem „populistischen Vorstoß“. Die Kritik dürfte die Grünen überrascht haben, am Donnerstag rückte Jahreskartenbesitzer und Klubchef David Ellensohn zur Werbetour aus: „Wir sind gewohnt, dass es heißt, es geht nicht. Das war auch schon beim 365-Euro-Ticket so.“ Nachdem Pendler und Touristen weiterhin für U-Bahnen & Co. zahlen müssten, werden die Kosten der Aktion mit 400 Millionen Euro beziffert.
  • Die Wiener SPÖ ist dagegen und will die Kostenschätzung auch nicht glauben. „580 Millionen Euro werden durch die Ticketpreise eingenommen. Wir wissen nicht, wo jedes einzelne Ticket gekauft wird. Die 400 Millionen Euro stimmen sicher nicht“, so Öffi-Stadträtin Ulli Sima. Die Wiener Linien gehen am Freitag von einer Milliarde Euro an Kosten aus. Denn mehr Passagiere heißt größere Flotte. Eine Flexity-Bim etwa kostet drei Millionen Euro, eine Remise 150 Millionen.

Michael Pommer, Kronen Zeitung

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