Thomas Mraz

Gelungenes Solo-Debüt auf der Kabarettbühne

Kultur
16.01.2026 18:00

Lange hat Schauspieler Thomas Mraz („Aufputz is!“, „Vorstadtweiber“) mit sich gerungen, den Schritt auf die Solo-Kabarettbühne zu wagen.  Nun war es so weit: Im Wiener Kabarett Niedermair gab’s die Premiere von „Mraz First!“  – ein komplett egoistisches Programm, das so richtig gut ist.

„Ich hatte Angst, dass ich in eine Schublade rutsche, dass ich dann nur mehr der Kabarettist bin“, begründete Schauspieler Thomas Mraz im „Krone“-Gespräch, warum er über all seine Karrierejahre hinweg, nie den Sprung auf die Solo-Kabarettbühne gewagt hatte. Nun ist er frisch gebackene 50 Jahre, und diese „Zäsur“, wie er sagt, hat ihm den Kick gegeben, der Marke „Jetzt oder nie“.

Im Kabarett Niedermair gab er nun mit „Mraz First“ sein Debüt. Ein rundum egoistisches Programm, das unter dem Anführungszeichen „privat“, rangiert. Jedoch, so Mraz, „nicht alles darin wahr, aber gut erfunden ist“.

Der Titel hält jedenfalls, was er verspricht. Alles dreht sich um ihn, den selbst ernannten „Cosmoproleten“ aus Wien-Favoriten, der einen herrlich offenen, rundum sympathischen Seelenstriptease hinlegt: Los geht’s da bei seiner Geburt, dann berichtet er über die Zeit in der Schule und im „Panoptikum der menschlichen Schlichtheit“ (Bundesheer, sic!) – und beim Stolpern durch sämtliche Lebenslagen zurück in die Urzeit des „Mrazandertalers“ fliegt da schon mal unabsichtlich die Wasserflasche vom einzigen Bühnenmöbel, einem Hocker:

„Jetzt werden die Kritiker schreiben, er konnte sein Wasser nicht halten“, schmunzelt er und hat sichtlich Freude an augenzwinkernder Selbstironisierung. Etwa, wenn er von dem omnipräsenten Schauspielerkollegen mit stets offenem Hemd berichtet, „der jedermann sein könnte“ und der einst Mraz´ Garderobe als „Busfahrerlook“ bezeichnete: „Er hat's eh lieb gemeint“, kann und will er (ihm) nie böse sein und weiß im nächsten Atemzug von Delfinen zu berichten, die ihn beim Schnorcheln ausgelacht haben.

Die Schmäh-Dichte ist hoch, Thomas Mraz weiß jedoch in dem knapp zweieinhalbstündigen, selbstgeschriebenen und selbstinszenierten Programm, die Wuchtel-Geschwindigkeit wohl zu temperieren. „Den Leuten nicht erklären, was sie anders machen sollen, sondern was ich anders mache“, lautet sein Credo. Das ist sympathisch, erfrischend und klug. Das Publikum dankte es ihm am Premierenabend mit tobendem Applaus. In Richtung Benko sinniert Mraz: „René va plus!“ – in Richtung Mraz kann man nur prophezeien: „Da kommt sicher noch viel mehr!“

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