01.07.2020 11:00 |

920.000 aktive Nutzer

Mehr Schweizer als Österreicher nutzen Corona-App

Die Corona-Warn-App der Schweiz erfreut sich in der Bevölkerung hoher Beliebtheit: Laut Bundesamt für Statistik nutzt jeder sechste Bürger die Anwendung - eine deutlich höhere Quote als in Österreich, wo nach jüngsten Schätzungen der Betreiber etwa 350.000 Personen die „Stopp Corona“-App aktiv verwenden. Als Nächstes will man in der Schweiz die Kompatibilität der App mit jenen der Nachbarländer forcieren.

Rein technisch könnte die Schweizer Covid-App bereits im August auch in Deutschland, Österreich und Italien eingesetzt werden - wenn rechtzeitig eine Einigung mit der EU zustande kommt. Das sagte der Leiter Abteilung Digitale Transformation in der zuständigen Behörde, Sang-Il Kim.

Geplant sei das größere Update der App für August, sagte Kim vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) der Nachrichtenagentur SDA. Dann könnten die Userinnen und User im Ausland wählen, in welchem der drei Länder sie bei Kontakten mit Covid-19-Infizierten gewarnt werden wollten. Mit Frankreich werde der Austausch nicht funktionieren, weil das Land eine andere Schnittstelle benutze.

Kein Rahmenabkommen mit der EU
Ein „Stolperstein“ im Zeitplan könnte sein, dass die Schweiz noch kein institutionelles Rahmenabkommen mit der EU hat und damit bei rechtlichen Übereinkommen der EU draußen gelassen werde. Doch die Schweizer Regierung (Bundesrat) - unter anderem Innenminister Alain Berset - setze sich auf den diplomatischen Kanälen für eine schnelle Lösung ein.

Schweizer installieren App eher als Österreicher
Mit der Downloadrate zeigte sich Kim bisher zufrieden. Seinen Angaben zufolge wurde die App bereits bis zu 1,2 Millionen Mal heruntergeladen. Aktiv genutzt wird sie gemäß dem Bundesamt für Statistik (BFS) bisher von 920.000 Userinnen und Usern.

Damit ist die Adaption in der Schweiz größer als in Österreich, wo laut Rotem Kreuz derzeit etwa 350.000 Personen die „Stopp Corona“-App aktiv nutzen. Auch in Deutschland scheint die Akzeptanz mit rund 13 Millionen Downloads höher als bei uns zu sein. Dem Misstrauen der Österreicher waren politische Debatten vorausgegangen, eine Nutzungspflicht einzuführen.

Gehe man von rund 6,4 Millionen Handys in der Schweiz aus, die mit der App kompatibel sind, so hätten in den ersten sechs Tagen bereits jeder Sechste die Anwendung heruntergeladen, sagte Kim. Er persönlich wäre froh, wenn am Ende zwei Millionen Menschen die App nutzen würden.

App vor allem bei jungen Menschen nützlich
Doch wichtiger als die Nutzerzahlen seien die Nutzergruppen: Denn vor allem bei jüngeren Menschen, die viel unterwegs seien und mit vielen Menschen Kontakt hätten, wäre die App ein wichtiges Hilfsmittel zur Nachverfolgung der Infektionsketten. „Dann haben wir einen Mehrwert“, sagte Kim.

Ein erstes Update der App gibt es bereits Mitte Juli mit der Aktualisierung der Betriebssysteme. Dabei könnten einige Bugs, wie zum Beispiel „irritierende Fehlermeldungen von Apple und Google“, behoben werden. Außerdem würden damit die Messungen verbessert und Batterielaufzeit erhöht.

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