Nach Aus in Israel

Ruttensteiner: „Ich habe lang um Herzog gekämpft“

Nach dem Abgang von Andreas Herzog als Teamchef der israelischen Fußball-Nationalmannschaft ist auch die Zukunft der weiteren Österreicher im Verband bzw. Betreuerstab des Teams offen. Das betrifft Sportdirektor Willi Ruttensteiner, der laut eigenen Angaben lange um Herzog gekämpft hat, ebenso wie Tormanntrainer Klaus Lindenberger, Individualtrainer Martin Stranzl, die Scouts Heinz Hochhauser und Gerhard Schweitzer sowie Mentalcoach Markus Rogan.

Herzog hatte am Mittwoch das Ende seiner Tätigkeit in Israel bekanntgegeben. Ruttensteiner war kurz davor von Herzog informiert worden. Der langjährige ÖFB-Sportdirektor zeigte am Donnerstag Verständnis für den österreichischen Rekordteamspieler. „Ich habe lang um ihn gekämpft, konnte ihn aber nicht mehr umstimmen. Andi wurde zwei Monate im Ungewissen gelassen und die Kommunikation war nur noch sporadisch. Ich verstehe Andi, dass er endlich Gewissheit haben wollte und jetzt eine neue Richtung einschlagen wird“, wurde Ruttensteiner in einer Aussendung zitiert.

Die Corona-Krise dürfte den israelischen Verband demnach in eine wirtschaftliche Krise gestürzt haben. Ihm sei ein erheblicher Gehaltsverzicht nahegelegt worden, Herzog habe auf sein Gehalt für drei Monate (April bis Juni) verzichtet.

„Andi hat hier ausgezeichnete Arbeit geleistet und nie auf Geld Wert gelegt, sondern die Herausforderung gesehen“, betonte Ruttensteiner, der nun auch über seine Zukunft im Unklaren ist. „Auch ich selbst weiß nicht, wie es mit mir persönlich weitergeht. Ich warte auf ein klärendes Gespräch mit Präsident Oren Hasson. Wenn mein Programm nicht mehr in der notwendigen Qualität weitergeführt werden kann, dann muss man eine faire Lösung finden“, sagte der Oberösterreicher, der noch Vertrag bis Sommer 2022 hat.

Erwartet wird, dass nun ein einheimischer Teamchef zum Zug kommt. Die israelischen Medien forcieren den ehemaligen Chelsea-Trainer Avram Grant.

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